K.o. Tropfen Unauffällig, gefährlich, legal

K.-o.-Tropfen: Der Stoff galt fast als Betäubungsmittel. Doch die Industrie setzt sich durch.

(Foto: Matthias Ferdinand Döring: Beabreitung SZ.de)

Mithilfe von K.-o.-Tropfen werden jedes Jahr Hunderte Frauen vergewaltigt. Die Drogen machen schwerst abhängig und ein Gramm kostet nur zehn Cent. Warum sind sie nicht verboten?

Von Jan Stremmel

Die Flasche, die es nicht geben dürfte, kommt nach 17 Tagen mit der Post. Die Flüssigkeit darin ist farblos, sie riecht schwach seifig, wie ein Bastelkleber für Kinder. Wenn es nach Chemiekonzernen und dem Bundesgesundheitsministerium geht, dürfte eine Privatperson die Flasche nicht bekommen. Sie enthält sogenannte K.-o.-Tropfen. Wir haben sie aber völlig problemlos im Internet bestellt, ein halber Liter kostet 49,95 Euro. Die Menge würde reichen, um zweihundert Menschen bewusstlos zu machen. Oder hundert zu töten.

Der Begriff "K.-o.-Tropfen" wabert ...