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Filmstarts der Woche:Welche Kinofilme sich lohnen und welche nicht

"Churchill" zeigt den berühmten Staatsmann als Grantler in der Krise und "Berlin Syndrome" steht für das Versacken der internationalen Jugend in Berlin.

Von den SZ-Kinokritikern

1 / 8

Berlin Syndrome

Kinostart - 'Berlin Syndrome'

Quelle: dpa

Eine junge australische Backpackerin (Teresa Palmer) auf Berlin-Trip verliebt sich in einen irren deutschen Lehrer (Max Riemelt) - und gerät in seine Gefangenschaft. Die Australierin Cate Shortland wollte eine Allegorie auf die Nachwirkungen der DDR-Diktatur drehen. Interessanter ist ihre klaustrophobische Horror-Suite aber als Allegorie fürs Versacken der internationalen Jugend im heutigen Berlin.

Philipp Stadelmaier

2 / 8

Churchill

Der Film 'Churchill' kommt am 25. Mai in die Kinos

Quelle: epd

Statt Churchills Leben chronologisch nachzuerzählen, destilliert Jonathan Teplitzky die Essenz aus einer prägnanten Episode in den sechs Tagen vor der alliierten Gegenoffensive gegen Hitlers Blitzkrieg im April 1944. Brian Cox spielt den berühmten Staatsmann grunzend und schnaubend, röchelnd und qualmend als gebrochenen und widerspenstigen Mann, der sich von jüngeren Generälen auf die Zuschauerbank gedrängt fühlt, und von Frau (Miranda Richardson), Chauffeur und König wie ein tobendes Kind beruhigt werden muss.

Anke Sterneborg

3 / 8

Hanni & Nanni - Mehr als beste Freunde 

Kinostart - 'Hanni & Nanni: Mehr als beste Freunde'

Quelle: Stephan Rabold

Wer bin ich ohne meine Schwester? Diese Frage stellen sich Hanni und Nanni in der Kino-Neuauflage von Enid Blytons Kinderbuchreihe. Die elfjährigen Titelheldinnen werden erstmals von Laila und Rosa Meinecke gespielt. Temperamentvoll und ungekünstelt stürmen die Berliner Zwillinge durch den von Regisseurin Isabell Suba peppig inszenierten Film. Der Regisseurin gelingt es, die berührende Identitätsthematik geschickt mit Tanz- und Gesangseinlagen im Stile der Bibi & Tina-Filme zu kombinieren.

Barbara Hordych

4 / 8

Pirates Of The Caribbean: Salazars Rache 

Kinostart - 'Pirates of the Caribbean 5: Salazars Rache'

Quelle: dpa

Wer Jack Sparrow liebt, wird ihm auch auf seiner fünften Reise folgen - diesmal jagen er und der Sohn von Elizabeth und Will Turner einem Dreizack hinterher und begegnen dabei einem halbverwesten Javier Bardem, der gerne wieder unter die Lebenden will. Die Handlung wird von den Regisseuren Joachim Rønning und Espen Sandberg ein wenig stringenter sortiert als in den letzten Filmen der Piraten-Reihe, aber am wichtigsten ist sowieso, dass Johnny Depp als Sparrow schön charmant durch die Karibik torkelt. Und sterbenden Figuren muss man nicht lange nachweinen - in Jack Sparrows Piratenuniversum ist der Tod sowieso nicht notwendigerweise endgültig.

Susan Vahabzadeh

5 / 8

Die Reste meines Lebens

-

Quelle: Camino Filmverleih

Atemlos durch die Nacht: Ein junger Mann (Christoph Letkowski) rast einem Krankenwagen hinterher, darin liegt seine schwer verletzte schwangere Frau. Ob sie überleben wird? Das hängt im Regiedebüt von Jens Wischnewski ebenso vom Zufall ab wie der weitere Verlauf der puzzlestückhaft erzählten Story, in der Kuchenstück-Beißer auf Krankenhaus-Clowns treffen, Träumer auf Trauernde, Schweres auf Easy Listening. Und aus den Resten dieser warmherzigen Tragikomödie könnte man glatt einen weiteren Film machen.

Josef Grübl

6 / 8

Rosemari

-

Quelle: Farbfilm Verleih

Eine Braut entdeckt bei ihrer Hochzeitsfeier ein Neugeborenes auf der Hoteltoilette. 16 Jahre später steht Rosemari als junge Frau vor ihr und sucht ihre Eltern. Ihre "Findemutter", die als Journalistin arbeitet, hilft ihr und filmt die Suche. Daraus hätte ein skandinavisches Melo werden können - immerhin entdecken die beiden diverse Lebenslügen und Schmuddelkram in den so sauber wirkenden Ikea-Landschaften. Am Ende löst Sara Johnsen vieles dann doch recht gefällig auf. Die Frauen, die sie skizziert, und ihre Darstellerinnen aber sind sehenswert, allen voran die Debütantin Ruby Dagnall als Rosemari, die man unbedingt noch häufiger auf der Leinwand erleben will.

Martina Knoben

7 / 8

Der Effekt des Wassers

Der Effekt es Wassers

Quelle: Arsenal Filmverleih

Sólveig Anspach, isländisch-französische Regisseurin, die bei der Endfertigung des Films an Krebs verstarb, lässt die Romanze zwischen dem schwer verliebten Samir und der misstrauischen Agathe (Samir Guesmi, Florence Loiret-Caille) mit leichter Hand erblühen. Zuerst Verliebtheits-Slapstick in einem Pariser Vororthallenbad und dann, bei der Bademeisterkonferenz in Island, ein Zaubermärchen, das im Blau des Wassers und des Himmels badet.

Rainer Gansera

8 / 8

Song To Song

Kinostart - 'Song to Song'

Quelle: Broad Green Pictures

Wie es sich für einen anständigen Terrence-Malick-Film gehört, reiben sich schöne Körper im Gegenlicht aneinander, ohne dass ihre Besitzer jemals die existenzielle Einsamkeit überwinden, die an ihnen nagt. Deshalb bitten die straffen Hollywood-Stars Natalie Portman, Ryan Gosling, Cate Blanchett, Michael Fassbender und Rooney Mara die großen Faltengesichter der Rockmusik um Rat. Aber auch Patti Smith und Iggy Pop haben die Rätsel der Liebe und des Lebens noch nicht abschließend ergründet.

David Steinitz

© SZ.de/pak
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