Weitere Briefe:Fliegen - oder radeln

Weitere Briefe: Geschäftsflüge auf der Ultrakurzstrecke stehen am Sonderflugplatz Oberpfaffenhofen bei München in der Diskussion. Im Bild: Ein unverdächtiges Oldtimerstück, welches der Oldtimer Segelflug Verein München selbst gebaut hat.

Geschäftsflüge auf der Ultrakurzstrecke stehen am Sonderflugplatz Oberpfaffenhofen bei München in der Diskussion. Im Bild: Ein unverdächtiges Oldtimerstück, welches der Oldtimer Segelflug Verein München selbst gebaut hat.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Über winterharte Fahrradfahrer, Kürzeststreckenflieger, Münchner Street-Art und lästige Autoposer.

Lieber fliegen als Bus und Bahn

"Abgehoben" vom 27. November:

Man mag derartige Kurzstreckenflüge als dekadent oder eben "abgehoben" benennen. Nur leider fehlt immer öfter die Alternative. Die im Artikel genannten Bus und Bahn sind doch wohl nur als Scherz gemeint. Überfüllt, unpünktlich, dreckig. Es lärmt und muffelt dort aus allen Ecken und Enden. Autofahren? Zu stressig. Wenn ich das Portemonnaie dafür hätte, würde ich mich auch fliegen lassen. Klimawandel? Mit der täglichen Nutzung des ÖPNV erlebe ich den eh nicht mehr, wegen vorzeitigen Ablebens durch Schikane, Stress und Terror.

Volker Mistereck, Göttingen

Absurde These zu Privatjets

Zum selben Beitrag:

Welche Gründe sollten die wohlbetuchten Privatjet-Passagiere haben, sich aus ihren Grünwalder Villen nach Oberpfaffenhofen chauffieren zu lassen, um dann - wie er recherchierte - für 15 800 Euro in einem Geschäftsreiseflugzeug nach Erding zu fliegen. Könnte der Privatluftverkehr zwischen München und Oberpfaffenhofen nicht vielmehr seine Ursache in der dortigen Ansiedelung zahlreicher luftfahrttechnischer Betriebe haben, weswegen die Betreiber von Geschäftsflugzeugen Oberpfaffenhofen regelmäßig für die Wartungsarbeiten an ihren Jets nutzen? Eine Recherche bei einem der dortigen Flugzeugbetreiber hätte darüber Klarheit gebracht. Es gibt sicher bessere Argumente, mit denen sich das Für und Wider der Privatluftfahrt leidenschaftlich diskutieren lässt. Die absurde These von Passagiertransport zwischen Oberpfaffenhofen und München ist keine davon.

Christof Brenner, Gräfelfing

Sicher auf dem Rad bei Schnee

"Winter-Radeln soll sicherer werden" vom 30. November:

"Fortschritt" ist, wenn immer wieder das "erfunden" wird, was schon "erfunden" wurde und so weit bekannt sein sollte, zum Beispiel das Fahrrad. Für den Einsatz im braucht man ein Fahrrad mit kleineren Rädern (nicht größer als 26") und breiteren Reifen (wie fürs Gelände), einer gut funktionierenden Schaltung und einem LED-Licht. Dann wird der Sattel auf die Höhe eingestellt, so dass man mit beiden Beinen gut auf den Boden kommt. Das Vorderrad wird gegen ein Vorderrad mit Spikesreifen ausgetauscht, und dann muss man nur noch einige Minuten das Fahren üben: denn gebremst wird mit dem Hinterrad. Damit kann man in der Stadt im Winter sicher fahren. Wo unter dem Schnee besonders rutschige Straßenbahnschienen sind, sollte man aber noch vom Sommer her wissen.

Heinz Unruh, München

Klimaverschmutzer Schule

"München hält fest an der Klima-Milliarde" vom 28. November:

Es wäre toll, wenn sich die Stadt München mal an die eigene Nase fassen und bei ihren Schulen anfangen würde. Schulen gehören zu den heizintensivsten und damit teuersten Gebäuden einer Kommune, weil im Winter typischerweise bei gekippten Fenster geheizt wird. Heizkosten im mittleren sechsstelligen Bereich pro Schule (!) sind normal und München hat viele Schulen. Da kommt einiges zusammen für die Landeshauptstadt. Würde man die Räume mit dezentralen Lüftungsgeräten mit integrierten Wärmetauschern ausstatten, gäbe es frische Luft in den Schulen, weniger CO₂-Ausstoß durch die Heizung und eine erhebliche und dauerhafte Kosteneinsparung.

Peter Hammelbacher, München

IAA aufs Messegelände

"Münchens neue grüne Mitte" vom 22. November:

Das liest sich ja alles ganz gut, und ich freue mich auch, wenn es weniger Zoff wegen des eigentlich wirklich schönen Platzes gibt. Aber sämtliche Alarmglocken springen sofort an bei dem Satz gegen Ende: "Fertig werden könne das Rondell erst nach der nächsten IAA". Was, bitte darf und soll eine Automobil-, von mir aus "Mobility"-Messe, mit der Gestaltung eines zentralen Platzes in München zu tun haben? Absolut nichts. Nur weil die unersättliche IAA inzwischen einen gewohnheitsrechtlichen Anspruch meint erheben zu können, auf die schönsten Plätze der Stadt zu wuchern?

Bitte endlich, endlich Nein sagen, und dieser unsäglichen regelmäßigen Verschandelung des Stadtbildes den endgültigen Riegel vorschieben! Kein Stadtarchitekt, auf den München so stolz ist, ob Klenze, Gärtner oder wie sie alle heißen, und schon gar nicht Ludwig I. selbst, wäre auch nur im Albtraum auf die Idee gekommen, dieses Zuwuchern irgendwie gutzuheißen - geschweige denn derart zu fördern, wie es die aktuelle Stadtverwaltung leider ständig tut. Es gibt in München völlig zu Recht ein sehr großes Messegelände. Genau da, aber nirgendwo anders, gehört eine IAA oder irgendeine andere messeartige Ausstellung hin.

Friedrich-Karl Bruhns, München

Autoposer sind eine Plage

"2000 Fahrzeuge bei ,Autoposer'-Treffen" vom 30. Oktober:

Autoposer haben sich in wenigen Jahren zu einem richtigen Ärgernis entwickelt. Mit meist illegal manipulierten Motoren und frisierten Auspuffanlagen malträtieren sie mit maschinengewehrähnlichem Lärm die Nerven von Bewohnern in der Stadt. Dass sich nun 2000 von ihnen zu einem Treffen versammeln, finde ich erschreckend. Es ist höchste Zeit, dass Kontrollen nicht nur bei sogenannten Treffen durchgeführt werden, sondern auch Stichproben im Straßenverkehr gemacht werden. Ansonsten wird diese Szene bald nicht mehr kontrollierbar sein.

Stephan Deisler, München

Street-Art und Tanz im Schnee

"München bewegt sich" vom 1. Dezember:

Was für ein Vergnügen, dieser altmünchnerisch-erinnerungsfreundliche und kunterbunte Artikel in dieser grauen Zeit, mit den tollen neuen Künstler-Graffiti/Malarbeiten von Miriam Frank, Flin, Loomit und den kunstvoll schönen Fotos von Caterina Hess.

Auch wenn ich nicht auf das fahrverführerische Tandem von Frau Frank aufsteigen kann, angeregt davon, werde ich sicher (zumindest im Stadtviertel) bewegungsvergnügte Street-Art-Spuren im Schnee mit meinem E-Rollstuhl hinterlassen, vermutlich bei einem quirligen Schneeflockentanz.

Wie man/frau Street-Art(fahr)spuren in Farbe hinterlassen/malen kann, ohne eine Ordnungsstrafe angedroht zu bekommen, ist jedoch noch ungeklärt. Und sollte die E-Technik wegen der Kälte streiken, bleibe ich eben frierend, weiß beschneit, einfach stehen. Und werde dann unbewegt, als Skulptur, zu hoffentlich überlebender "Street-Art-Winterkunst im öffentlichen Raum".

Annette Gümbel-Rohrbach, München

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