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Sucht:Herz- und Nervenschäden

Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche

Alkohol lässt den Blutdruck steigen und bringt das Herz aus dem Takt. Herzrhythmusstörungen und Herzrasen sind häufig die Folge eines Alkoholexzesses. Ärzte sprechen vom "Holiday Heart", wenn ein Patient nach einem feucht-fröhlichen Wochenende wegen akuter Herzrhythmusstörungen Hilfe sucht. Der Name beschönigt das Krankheitsbild, denn die Rhythmusstörungen können lebensbedrohlich sein.

Mit jedem Gramm Alkohol, das man im Laufe seines Lebens zu sich nimmt, steigt das Risiko für eine Herzschwäche. Kommt Bluthochdruck hinzu, erschlafft der Herzmuskel noch schneller. Das Herz verliert an Pumpkraft und droht zu versagen.

Nervenschäden

Das Spektrum möglicher Schäden am Nervensystem durch Alkohol ist groß. Das Zellgift lässt Neuronen sterben und das Gehirn schrumpfen. Alle höheren Denkleistungen sind davon betroffen: Die Kritikfähigkeit sinkt, das Gefühlsleben gerät außer Kontrolle, die Konzentration schwindet und das Gedächtnis lässt nach. Der intellektuelle Abbau kann bis zur Demenz fortschreiten.

Auch Gangunsicherheit oder Sprachstörungen sind mögliche Folgen des alkoholbedingten Nervenzellsterbens. Eine charakteristische Spätfolge schwerer Alkoholabhängigkeit ist das Wernicke-Korsakow-Syndrom mit Desorientiertheit, Bewegungsstörungen und völligem Gedächtnisverlust. Die gute Nachricht: Wenn man nicht mehr trinkt kann sich das Gehirn teilweise wieder erholen.

Die Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark leiden langfristig ebenfalls unter zu viel Alkohol. Schäden an den peripheren Nerven machen sich vor allem an den Beinen mit Schmerzen, einem unangenehmen Kribbeln oder Muskelkrämpfen bemerkbar.