US-Wahl:Die Obamas vererben ihre Twitter-Accounts - ohne Tweets

Obama to hand digital keys to successor

Barack Obama wird ab 2017 wieder sein eigenes Konto nutzen müssen, wenn er weiterhin Twitter-Nachrichten senden will.

(Foto: AFP)

Wenn der US-Präsident sein Amt weitergibt, übernimmt der Nachfolger auch seine Social-Media-Konten. Die werden dann erst einmal leer sein.

Von Johannes Boie

Nach der Wahl in den USA wird am 20. Januar der amerikanische Präsident abtreten und ebenfalls am 20. Januar wird der amerikanische Präsident antreten. Das bewirkt die Trennung von Amt und Person. Während Obama geht, geht das Amt auf seinen Nachfolger über - und auch die Insignien der Macht. Die sind heute weit mehr als das Weiße Haus, der Koffer, mit dem sich die amerikanischen Nuklearwaffen zünden lassen, und eine gepanzerte Dienstlimousine.

Im digitalen Zeitalter gehören auch die Twitter-Accounts dazu wie @Potus (das ist das Akronym für President of the United States) und @Flotus (First Lady of the United States), die Webseite whitehouse.gov, Instagram- und Facebook-Accounts. Das Problem dabei: Die Accounts sind natürlich mit Inhalten verbunden, nämlich mit den Tweets und Fotos, den Videos und Statements der Obama-Regierung.

Die Bevölkerung soll Vorschläge machen, wie die Daten gesichert werden

Doch die Amerikaner finden einen eleganten Umgang mit dem Problem. Wie das Weiße Haus informiert, werden die Inhalte der Accounts separat gespeichert, so landen zum Beispiel sämtliche Tweets, die Obama unter @Potus schrieb oder schreiben ließ - vermutlich mithilfe von Twitter - auf dem neuen Account @Potus44, denn Obama ist der 44. Präsident der USA. Der neue Präsident kann dann @Potus neu bespielen, denn dort werden Obamas Tweets gelöscht. Dieses Prinzip werden die Regierungsbeamten für alle Accounts auf sämtlichen verwendeten Plattformen anwenden, darunter auch @VP (Vizepräsident).

Weil kein Mensch weiß, wie lange die neuen Tech-Firmen selbst überleben, wird zusätzlich die Nara (National Archives and Records Administration) alle Daten sichern. Diese sollen dann der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, unter whitehouse.gov sind Nutzer aufgefordert, Vorschläge für eine möglichst einfache Lösung einzureichen.

© SZ vom 03.11.2016/seg/stein
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