Polizeistatistik Zahl der Sexualdelikte in Bayern angestiegen

Um gut 26 Prozent angestiegen ist 2017 die Zahl der Sexualdelikte. "Ein Großteil des Anstiegs ist auf die Zunahme bei den tatverdächtigen Zuwanderern zurückzuführen", so Herrmann. Ursächlich für den Anstieg insgesamt sei aber vor allem die Novellierung des Sexualstrafrechts 2016, die jetzt statistisch greife. Es gilt durch diese Verschärfung der Grundsatz "Nein heißt Nein". Für die Strafbarkeit eines Übergriffes kommt es nicht mehr darauf an, ob mit Gewalt gedroht oder diese angewendet wurde.

Entscheidend ist: Das Opfer hat die sexuelle Handlung nicht gewollt. Auch sei im Rahmen dieser Debatte die Sensibilisierung und die Anzeigebereitschaft gestiegen, sagt Herrmann. Er erklärt das alles routiniert; bei einem Termin vergangenes Jahr hatte er noch die Zahlen konkreter Vergewaltigungen recht durcheinandergewürfelt, ob aus Kalkül im Wahlkampf oder Versehen. Jedenfalls wurde noch lang in der CSU geraunt, dass das vielleicht ein bisschen Zuspruch bei der Bundestagswahl gekostet habe. Herrmann fordert beim Thema Sexualstraftaten unter anderem ausgeweitete Befugnisse bei der DNA-Analyse.

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Bei Gewaltdelikten - Körperverletzung, Raub und Tötung zum Beispiel - gab es einen Rückgang um drei Prozent auf 20 399 Fälle. Jedoch waren sie 2016 schon erkennbar gestiegen, auch bedingt durch Flüchtlinge. Man habe durch Zuwanderung "Kulturkreise aufgenommen, bei denen die Messer lockerer sind", ergänzt ein Polizeivertreter bei Herrmanns Pressetermin auf die Frage zu mehreren Messerangriffen in den vergangenen Wochen in Deutschland.

Fast 60 Prozent der Gewaltdelikte fanden 2017 außerhalb der Asylbewerberunterkünfte statt; 2016 war noch die Unterkunft der häufigere Tatort. Stark rückläufig sind Diebstahl, Vermögensdelikte und zum wiederholten Mal Wohnungseinbrüche. Internetdelikte wie Warenbetrug oder Online-Erpressung sowie Drogendelikte nahmen zu. Herrmann sieht die gute Gesamtbilanz als Ergebnis bayerischer Polizeipolitik.

"Ministerium des Innern, für Bau und Verkehr" steht hinter ihm an der Wand, der alte Schriftzug. Tatsächlich ist Herrmann nach der Kabinettsreform von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vom alten Zuschnitt fast nur die Polizei geblieben; hinzu kam Integration. Welchen Auftrag die Statistik ihm dafür mitgebe? Flüchtlinge müssten "auch in unsere Rechtsordnung integriert werden". Wer dagegen verstoße, müsse schnell außer Landes gebracht werden. Er sei froh über die neue Zuständigkeit "aus einem Guss". Da spricht erkennbar vor allem der Sheriff.

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