Tücken des Dialekts:Warum eine Bäuerin dem Putin vergeben will

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Tücken des Dialekts: Diesem Mann vergeben? Eine Bäuerin in einem niederbayerischen Kramerladen meinte eigentlich das genaue Gegenteil.

Diesem Mann vergeben? Eine Bäuerin in einem niederbayerischen Kramerladen meinte eigentlich das genaue Gegenteil.

(Foto: Maxim Shemetov/dpa)

Es gibt ein Wort im Bairischen, das sowohl Barmherzigkeit als auch tödliche Rachegelüste auszudrücken vermag. Welche Irritationen sich daraus ergeben, offenbarte sich kürzlich in einem niederbayerischen Dorfladen.

Glosse von Hans Kratzer

Sogar den gottähnlich verehrten argentinischen Fußballer Lionel Messi plagen irdische Schwächen. Am Mittwoch hat er zum Beispiel im Weltmeisterschafts-Spiel gegen Polen einen Elfmeter versemmelt. In der gehobenen Sprache des Sportjournalismus heißt das: Messi hat den Elfer vergeben. Damit sind wir bei einem Wort gelandet, das wenige Stunden vor Messis Fehlschuss in einem niederbayerischen Dorfladen eine bemerkenswerte Rolle spielte. Als die Kunden vor der Kasse die Weltlage erörterten, teilte eine alte Bäuerin mit: "I mog an Radio gar nimmer aufdrahn!" Ihre Begründung leuchtete ein: Der Russ, also der Putin mache ihr Angst, sagte sie, "der Dreckhammel, die sollten ihm halt vergem". Putins Feinde sollten ihm vergeben, so sagte sie das, es wurde still im Kramerladen. Aber nicht alle hatten verstanden, was die gute Frau wirklich meinte.

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