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Hofbräuhaus:Bayerische Gemütlichkeit hält in Sibirien Einzug

Neuer Weltrekord im Maßkrugstemmen

Hofbräu für Sibirien: Auch im kalten Osten Russlands wird demnächst bayerisches Bier ausgeschenkt.

(Foto: Andreas Gebert/dpa)

Es muss nicht immer Wodka sein: In Kemerowo öffnet das erste russische Hofbräuhaus - ein "Franchiseobjekt" im zapfig kalten Osten des Landes.

Kolumne von Andreas Glas

Und nun die Wettervorhersage für Donnerstag, den 14. Dezember, in Sibirien: schwache bis mäßige Böen aus Westsüdwest, Höchsttemperaturen zwischen minus elf und minus 14 Grad. Ganz unmeteorologisch ausgedrückt: Glühweinwetter. Oder halt Wodkawetter. Hauptsache irgendwas wärmt von innen, wenn es außen ungemütlich ist.

Und Klischees hin oder her: Der Wodka gehört zur russischen Kultur wie das Bier zur bayerischen - und umgekehrt. Denn auch am Schliersee brennen sie "Bavarian Vodka" ("Bavarka"), in München sowieso ("Monaco Vodka"), selbst im Bayerischen Wald ("Vodrock"). Aber der Woid zählt nicht, weil der Woid praktisch Sibirien ist: unendliche Wälder, im Winter eher düster, und überall lauert der böse Wolf.

Ein Wolf ist auch Markus Söder. Findet jedenfalls Bild-Briefonkel Franz Josef Wagner, der den 50-jährigen Söder neulich einen "jungen Wolf" nannte, der sich in Horst Seehofers "Kehle verbissen hat". Denselben Franz Josef Wagner hat ein Barmann mal gefragt, was er gegen das Elend der Welt tue. "Einen doppelten Wodka", hat Wagner nach eigener Aussage geantwortet. Womit wir wieder bei Sibirien wären. Und bei Söder.

Über Söder, den Wolf, sagen die Leute neuerdings, er tarne sich im Schafspelz, weil er sich staatsmännischer gibt, seit feststeht, dass er bald der höchste Mann im Freistaat ist. Und mit Franz Josef Wagner hat Söder neuerdings gemeinsam, dass er das Elend der Welt mit Alkohol bekämpft - zumindest das elendige Frieren der Leute im ungemütlichen Sibirien.

Im sibirischen Kemerowo nämlich öffnet an diesem Freitag das erste russische Hofbräuhaus. Ein "Franchiseobjekt", sagt Markus Söder, der als Noch-Heimatminister auch Hofbräuhausminister ist. Das Hofbräuhaus ist ja Staatseigentum. Noch zwei Tage, teilt Söder in einer Erklärung mit, "dann heißt es auch im fernen Westen Sibiriens: ein Prosit der Gemütlichkeit".

Dank Söder wird es also endlich gemütlich im ungemütlichen Sibirien. Das ist auch nötig. Für den Anstich am Freitag sagt der Wetterbericht neue Tiefstwerte voraus: bis zu minus 20 Grad. Im sibirischen Hofbräuhaus wird der Bürgermeister dann das Bierfassl anzapfen. Und rufen: "Zapfig is"!

© SZ vom 13.12.2017/vewo

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