Mitten in Bamberg:US-Behörden rufen zum Töten von aggressivem Frankenfisch auf

Mitten in Bamberg: So sieht er aus, der Frankenfisch, der korrekt Nördlicher Schlangenkopffisch heißt.

So sieht er aus, der Frankenfisch, der korrekt Nördlicher Schlangenkopffisch heißt.

(Foto: A3077 Cait Gillespie/dpa)

Einst galt die Arena von Brose Bamberg als Frankenhölle, jetzt liegt diese allem Anschein nach im US-Bundesstaat Missouri. Denn hier wütet der sogenannte Frankenfisch.

Glosse von Max Weinhold

Die besten Zeiten des früheren Basketball-Serienmeisters Brose Bamberg sind vorbei, jedenfalls vorerst. Einst aber sorgte der Austragungsort ihrer Spiele, die Brose Arena, als Frankenhölle für Ehrfurcht bei Gegnern.

Wenn man so will, dann hat sich die Frankenhölle seither um etwa 7600 Kilometer Luftlinie gen Südwesten verlagert. Nämlich in ein Gewässer der Duck Creek Conservation Area im US-Bundesstaat Missouri. Es liest sich hochgradig beunruhigend, was der US-Nachrichtensender CBS titelt: "Invasiver ,Frankenfisch', der tagelang an Land überleben kann, in Missouri entdeckt: ,Das sind Biester'".

Klingt wirklich höllisch. Aber eins nach dem anderen. Also: Der Frankenfisch, der im deutschen Sprachraum eigentlich den Namen Argus-Schlangenkopffisch oder Nördlicher Schlangenkopffisch trägt, stammt aus Ostasien. Dort gilt er als Delikatesse, in den USA seit Jahren als invasive Art. Namensgebend sind die schlangenartige Form von Kopf und Körper; letzterer kann bis zu einen Meter lang werden. Jungtiere können sich an Land bewegen und auch ausgewachsene Schlangenfische können dank eines Suprabranchialorganes außerhalb des Wassers atmen. Als Biester werden die scharfzähnigen Frankenfische bezeichnet, weil sie über keinerlei natürliche Feinde verfügen - und stattdessen eben solche sind für zahlreiche Fische, Amphibien und Insekten. Obendrein gelten sie als aggressiv.

Eine dem US-Innenministerium unterstellte Wissenschaftsbehörde ruft alle Angler dazu auf, die einen Frankenfisch am Haken haben, ihn unter keinen Umständen zurück in die Freiheit zu entlassen. Sondern ihn mittels Erfrierung zu töten.

Bleibt nur die Frage: Warum der Spitzname Frankenfisch? Für ihre schlangenartige Statur sind die Menschen aus dem Norden Bayerns jedenfalls nicht bekannt. Vermutlich ist die Bezeichnung zurückzuführen auf den US-Horrorfilm Frankenfish (wiederum in Anlehnung an Frankenstein), in dem genmanipulierte Monsterfische aus den Sümpfen Louisianas die in der Nähe lebenden Dorfbewohner zerfleischen. Solche Zustände herrschen freilich in Missouri nicht. Vermutlich ist das mit der Südwest-Verschiebung der Hölle also doch übertrieben und vielleicht sogar so etwas wie ein Zeichen an die Brose-Basketballer: Die Frankenhölle bleibt in Bamberg.

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