Saisonstart auf der Zugspitze:Mit 2 G auf die Piste

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Skigebiete trotz Corona zuversichtlich

Testlauf: Diese Familie hat den frischen Schnee am Zugspitzplatt bereits zum Rodeln genutzt. Am Freitag soll dann auf Deutschlands höchstgelegenen Pisten der Wintersportbetrieb auch für die Skifahrer starten.

(Foto: Angelika Warmuth/dpa)

Nach einer komplett ausgefallenen Saison beginnt auf der Zugspitze an diesem Freitag der Skibetrieb - zumindest für Geimpfte und Genesene. Doch werden die Skifahrer das Angebot wahrnehmen?

Von Matthias Köpf, Garmisch-Partenkirchen

Die Höchsten werden die Ersten sein, so läuft es eigentlich jeden Herbst mit Bayerns Skigebieten. Auch im vergangenen Jahr hatte die Bayerische Zugspitzbahn sich und ihre Pisten am Zugspitzplatt schon Mitte November für den Saisonauftakt präpariert, der dann allerdings pandemiebedingt verschoben wurde und schließlich ganz ausgefallen ist. Das soll heuer nicht mehr passieren in Deutschlands höchstgelegenem Skigebiet. Wirklich wedeln wird dort von diesem Freitag an allerdings nur dürfen, wer entweder geimpft oder genesen ist. Negative Tests werden zum Lift- und Seilbahnfahren zumindest in dieser Saison nicht mehr reichen.

Die Details dieser 2-G-Regelung haben die Verantwortlichen der Zugspitzbahn am Dienstag mit dem Garmischer Gesundheitsamt fixiert. Demnach müssen alle entsprechenden Nach- und Ausweise vor dem Zugang zu den Bahnen kontrolliert werden, in allen Gondeln, Innenräumen, Liften und in allen Warteschlangen gilt eine FFP2-Maskenpflicht. Um etwas mehr Abstand herzustellen, darf die Zugspitzbahn ihre Gondeln und die Waggons der Zahnradbahn nur zu zwei Dritteln der normalen Kapazität auslasten. Um all das sicherstellen zu können, wird die Zugspitzbahn zumindest anfangs noch eine Security-Firma hinzuziehen.

Ihre eigenen Leute waren schon an den vergangenen Tagen vollauf beschäftigt. Denn es hat in diesem Jahr zwar schon öfter viel geschneit auf der Zugspitze, zuletzt am vergangenen Wochenende. Allerdings herrschten auch jüngst immer wieder Plusgrade, weshalb aus der Schneedecke auch an vielen Stellen der nackte Fels durchspitzt. Für solche Fälle wird auf der Zugspitze schon seit einigen Jahren beizeiten Schnee gebunkert. Den haben die Fahrer der Pistenbullys wieder aus den im Frühjahr angelegten und schattig genug gelegenen Halden geholt und so verteilt, dass oben zumindest die beiden Sessellifte in Betrieb gehen können.

Zugspitzbahn hofft auf 6000 Besucher pro Tag

Wie viele Skifahrer dieses Angebot nutzen werden, sei bei diesem "ganz besonderen Saisonstart" schwer abzuschätzen, sagt eine Sprecherin, aber man rechne durchaus mit einigen Gästen - zumal die Skifahrer zuletzt ja eine ganze Saison auslassen mussten und auch der Betrieb in den Gletscher-Skigebieten drüben in Tirol seit Montag nur unter 2-G-Bedingungen laufen darf. Für mehr als Tagesausflüge bietet sich das Nachbarland angesichts seiner neuerlichen Einstufung als Corona-Hochrisikogebiet samt offizieller Reisewarnung ohnehin gerade nicht an.

Auf der Zugspitze könnten es so auf längere Sicht um die 6000 Besucher pro Tag werden, lautet die Hoffnung und Erwartung der Zugspitzbahn für den Winter - und dies vorerst unabhängig von der tiefroten Krankenhausampel und dem geltenden Katastrophenfall. Als Infektionstreiber hat sich die Seilbahnbranche ohnehin nie gesehen, was sie allerdings nicht von anderen Gewerben unterscheidet und im vergangenen Winter auch nicht vor der zwangsweisen Schließung bewahrt hat. Der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte (VDS) schätzt die so aufgelaufenen Verluste seiner Mitglieder auf insgesamt fast 100 Millionen Euro.

Gestiegene Anforderungen erschweren das Geschäft

Doch selbst wenn die Lifte in diesem Winter durchlaufen sollten, wird das Geschäft angesichts niedrigerer Kapazitäten und des gestiegenen Aufwands schwieriger werden. Vor allem für die Zugangskontrollen braucht es zusätzliches Personal, und selbst das Besteck werden sich die Gäste in den Restaurants auf der Zugspitze nicht mehr einfach selbst nehmen dürfen, sondern müssen es eigens ausgehändigt bekommen. Mit Après-Ski-Exzessen wie in Ischgl, das Anfang 2020 als Virusdrehscheibe für halb Europa galt, wollen die Zugspitzbahn und auch die anderen Seilbahnbetreiber in Bayern ohnehin möglichst wenig zu tun haben. Nach dem Saisonstart auf Deutschlands höchstem Berg wird es noch eine Weile dauern, bis auch anderswo die Bahnen anlaufen. Die meisten Betreiber peilen einen Saisonbeginn kurz vor Weihnachten an.

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