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Studie: International Transport Forum:Mehr Verkehr, weniger CO2?

Volle Autobahn

Volle Autobahnen: Bis 2050 sollen mehr als doppelt so viele Kilometer in Autos und Lastwagen zurückgelegt werden.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Nach der Pandemie wird die Mobilitätsnachfrage weiter wachsen. Mit gravierenden Folgen für das Klima - wenn in der Verkehrspolitik nicht radikal umgesteuert wird.

Von Joachim Becker

Die Weltbevölkerung wächst und die Verkehrsnachfrage auch. Das sind schlechte Nachrichten für das Klima. Das weltweite Verkehrsaufkommen werde sich bis 2050 mehr als verdoppeln und die daraus resultierenden Emissionen sollen um 16 Prozent zunehmen - selbst, wenn die derzeitigen Selbstverpflichtungen zur Senkung des CO2-Ausstoßes umgesetzt würden. Zu diesem Ergebnis kommt der Transport Outlook 2021.

Die Studie des International Transport Forums (ITF), die vor dem Weltgipfel der Verkehrsminister vorgestellt wurde, präsentiert drei verschiedene Szenarien: Dabei ist eine Konjunkturerholung und die Rückkehr des Passagier- und Güterverkehrs zu ihrem früheren Wachstumstempo wahrscheinlich. Die neuen Prognosen fallen jedoch etwas hinter die Hochrechnungen von 2019 zurück, die noch von einer Verdreifachung des Verkehrsaufkommens ausgingen.

In vielen (Entwicklungs-)Ländern haben viele Menschen nach wie vor nur eingeschränkten Zugang zu Mobilität. Die Kunst wird darin bestehen, die Transformation zu einem klimafreundlichen Verkehr so zu gestalten, dass weniger wohlhabenden Gruppen und Regionen keine unverhältnismäßig hohen Belastungen aufgebürdet werden. Mit ambitionierten Maßnahmen könnten gerade urbane Ballungsräume ihre CO₂-Emissionen aus der Mobilität um 80 Prozent senken. Mehr Fahrrad fahren, mehr öffentlicher Nahverkehr und Carsharing sind wesentliche Bestandteile des wohlbekannten Maßnahmenpakets.

Noch stärker als der Passagierverkehr, der bis 2050 um das 2,3-fache zunehmen soll (gemessen in Personen-km im Vergleich zu 2015), wird der Güterverkehr zulegen (um das 2,6-fache gemessen in Tonnen-km). Eine bessere Koordination von Lieferketten, etwa Sendungs- oder Frachtenbündelung sowie alternative (Antriebs-)Technologien könnten den CO₂-Ausstoß um 72 Prozent senken. Vorausgesetzt, dass die Konjunkturprogramme zur Überwindung der Covid19-Krise stärker auf eine Dekarbonisierung des Transports ausgerichtet werden.

© SZ
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