Corona-Krise:Pandemie sorgt für weniger CO2

Verkehr in Berlin

Radfahrer in Berlin. Der Verkehrssektor wurde in der Pandemie deutlich klimafreundlicher.

(Foto: Paul Zinken/dpa)

Der Ausstoß von Kohlendioxid sei im laufenden Jahr um sieben Prozent zurückgegangen, meldet das Global Carbon Projekt. Eine Entwarnung sei das aber nicht.

Die Corona-Pandemie hat zu einem deutlichen Rückgang der globalen Kohlendioxid-Emissionen geführt. Das geht aus der am Freitag vorgelegten jährlichen Bilanz des Global Carbon Project (GCP) hervor. Wie der weltweite Zusammenschluss von Klimaforschern mitteilte, sank der CO2-Ausstoß im laufenden Jahr um rund 2,4 Milliarden Tonnen oder 7 Prozent auf 34 Milliarden Tonnen. Es handle sich um einen Rekordwert verglichen mit früheren signifikanten Rückgängen etwa 1981 und 2009 mit jeweils 0,5 Milliarden Tonnen oder 1945 mit 0,9 Milliarden Tonnen Kohlendioxid.

Eine hohe Konzentration von CO2 ist verantwortlich für den sogenannten Treibhauseffekt und damit den Klimawandel. Je mehr Kohlendioxid sich in der Atmosphäre befindet, desto wärmer wird es auf der Erde. In dem 2015 abgeschlossenen Klimaabkommen von Paris legte sich die Staatengemeinschaft darauf fest, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Dafür müssten laut Berechnungen der am GCP beteiligten Forscher zwischen 2020 und 2030 im Durchschnitt jährlich 1 bis 2 Milliarden Tonnen CO2 eingespart werden.

Besonders deutlich war der Rückgang der Emissionen in den USA (minus zwölf Prozent) und in den EU-Mitgliedstaaten (minus elf Prozent). "Hier trafen verringerte Emissionen aus der Kohlenutzung und die Auswirkungen der pandemiebedingten Beschränkungen zusammen", sagte die Münchner Geographin Julia Pongratz.

Für den größten Teil des Rückgangs der Emissionen im Jahr 2020 war der Transportsektor verantwortlich. Auch im Dezember 2020 lagen die Emissionen aus dem Straßen- und Luftverkehr aufgrund der anhaltenden Beschränkungen immer noch um etwa zehn Prozent beziehungsweise 40 Prozent unter den Werten von 2019. Ob der 2020 auch coronabedingte Rückgang der Emissionen sich in der Zukunft fortsetzen wird, könne derzeit noch nicht abgeschätzt werden, warnen die Forscher.

Es zeige sich jedoch, dass es fünf Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen gelungen sei, die Zunahme der globalen CO2-Emissionen zu verlangsamen, hieß es. Sorge bereitet den Wissenschaftlern allerdings die bereits vorhandene CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Sie wird im Jahresmittel voraussichtlich einen neuen Rekordwert von 412 ppm (parts per million) erreichen. Das entspricht einer Zunahme von 48 Prozent gegenüber dem vorindustriellen Wert.

© SZ/kna/kler
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