Autopläne von Apple und Google

Wann Apple und Google ihre selbständig fahrenden Elektroautos auf den Markt bringen werden, weiß kein Mensch. Wahrscheinlich nicht einmal ihre Erbauer selbst. Vier oder fünf Jahre wird es schon noch dauern, weshalb es die IT-Riesen auch noch nicht für nötig halten, in diesem Jahr in Genf vorbeizuschauen. Doch trotz - oder gerade wegen - ihrer Abwesenheit sind sie das Gesprächsthema Nummer eins beim Autosalon. Und veranlassten die Konzernlenker der Autoindustrie zu einigen bemerkenswerten Aussagen.

"Auch wenn es Sie vielleicht überrascht: Ich begrüße ausdrücklich das Engagement von Apple, Google und Co. beim Thema Automobil", gab sich Volkswagens Vorstandsboss Martin Winterkorn betont gelassen. Dieter Zetsche ließ die Muskeln spielen: "Wir haben keine Angst. Das kann uns nur stärker machen", meinte der Daimler-Vorstandschef. Kritischer sieht das Didier Leroy: "Wir wollen nicht nur der Lieferant einer leeren Kiste sein", sagte der Toyota-Europa-Chef und meinte damit, dass man nicht nur die Hülle für ein Automobil liefern wolle, dass ansonsten vollgestopft mit Technik von Apple oder Google ist. VDA-Präsident Matthias Wissmann mahnte zur Wachsamkeit: "Wir wissen genau, dass, wenn man den ersten Platz in der Champions League hat, man keine Sekunde schlafen darf."

In Kalifornien wird man solche Reaktionen mit Schmunzeln zu Kenntnis nehmen. Zu Beginn des kommenden Jahrzehnts dürfte es zum Showdown zwischen den alten und den womöglich neuen Automächten kommen. Es könnte unterhaltsam werden.

Bild: REUTERS 6. März 2015, 10:282015-03-06 10:28:52 © SZ.de/harl/jobr/liv