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Neue Hybridmodelle bei Mercedes:Der GLE-Architektur fehlt der allerletzte elektronische Schliff, wie ihn die S-Klasse besitzt

Der neue Mercedes GLC.

Der Mercedes GLE tritt ab 2015 gegen den BMW X6 im Segment der großen SUV-Coupés an.

(Foto: dpa-tmn)

Erst im direkten Vergleich mit dem GLC merkt man der M-Klasse, die bald GLE heißen wird, ihr wahres Alter an. Doch der GLE500e muss noch bis 2018 durchhalten, der größere GLS sogar noch ein Jahr länger. Das wird nicht einfach, denn der GLE-Architektur fehlt der allerneueste Elektronik-Feinschliff, wie ihn vor allem die S-Klasse ins Feld führt. Das merkt man an der viel dünneren Aufpreisliste, in der so manches Hightech-Extra fehlt. Und das merkt man - trotz diverser Nachbesserungen - an der vergleichsweise schlicht eingerichteten Fahrgastzelle. Der GLC verringert den Respektabstand zum GLE auf ein absolutes Mindestmaß. Außerdem ist der kleinere Bruder ganz klar das modernere, leichtfüßigere und effizientere Auto. Schließlich basiert er auf der schlankeren C-Klasse-Plattform und nicht auf der wuchtigen SUV-DNA.

Trotzdem: Statusbewusste Kunden, die viel Leistung wollen und auch im Hybrid nicht auf den V6 verzichten möchten, müssen sich den GLE in die Garage stellen. Außerdem gibt's nur den großen Crossover auch als reinrassigen AMG-Ableger mit dem V8.

Erste Erfahrungen im Mercedes S500 Plug-in-Hybrid

Nach 3000 Kilometer im Mercedes S500 Plug-in-Hybrid sehen erste Erfahrungen so aus: Zu seinen Stärken gehört, dass er fast so gut geht wie der V8, dass er im gemischten Betrieb mindestens 50 Prozent weniger verbraucht und dass er selbst bei Kälte und unter widrigen Bedingungen mindestens 20 km im E-Betrieb schafft. Außerdem kann er gut rekuperieren und noch besser segeln. In Verbindung mit der Navigation wird vorausschauendes Fahren perfektioniert und der 500e vermittelt im Stadtverkehr als fast lautloser Fünf-Meter-Schlitten ein Fahrerlebnis der besonderen Art.

Auf der anderen Seite steht ein Durchschnittsverbrauch von immer noch 10,1 Liter, die Ladedauer beträgt in der Praxis acht Stunden, das Ladekabel ist zu kurz und das Kofferraumvolumen durch die Batterie stärker eingeschränkt als beim C350e. Außerdem funktioniert das Zuschalten des Verbrenners nicht immer prompt und ruckfrei und im Charge-Modus steigt der Verbrauch stark an.

© SZ vom 13.12.2014/mike/harl

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