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Zukunft von Mercedes:Der Stern soll weiter leuchten

Automobiles On Display At The Auto Mobil International Show

Bis 2020 will Mercedes 30 neue Modelle auf den Markt bringen

(Foto: Bloomberg)

Neues Image, gute Zahlen, attraktive Modelle: Mercedes ist erfolgreicher als je zuvor. Ein Blick hinter die Kulissen und in die Zukunft, die viele neue Modelle bringt.

Die Wende kam mit der neuen A-Klasse, obwohl die nach wie vor fast jeden Vergleichstest der Fachpresse verliert. Zu eng, zu unkommod, zu mutig und damit zu wenig markenkonform. Doch vielleicht kommt der Wagen bei den Kunden genau deshalb besser an als bei den Motorjournalisten. Denn auch für Mercedes-Käufer ist Emotion letztlich wichtiger als mehr Kopffreiheit im Fond, mehr Durchladebreite im Kofferraum und mehr Geschmeidigkeit im Fahrwerk. Die aktuelle A-Klasse mag polarisieren, aber sie hat die pragmatische Betulichkeit des Vorgängers eingetauscht gegen ein Plus an Präsenz und Prestige, wie gehabt gepaart mit solider Technik.

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Für den Paradigmenwechsel vom schmalen Hochdachmodell mit Sandwichboden zum breiten und bulligen Hingucker waren in erster Linie der Vorstandsvorsitzende und sein Chefdesigner Gorden Wagener verantwortlich. Der eine traut sich einen frechen Strich, der andere schirmt ab gegen die immer kleinere Schar der hausinternen Bedenkenträger. Gemeinsam verabschiedet man dann Bemerkenswertes wie den CLS und CLA Shooting Brake oder den gerade präsentierten, 510 PS starken AMG GT-S, der rund 30 000 Euro weniger kostet als ein Porsche 911 Turbo. Wer hätte das gedacht: Mercedes kann sogar günstig.

Die neue S-Klasse beschert den Schwaben Rekordgewinne. Schon 100 000 Stück wurden verkauft

Anders als Audi A8 und BMW Siebener, die in die Jahre gekommen sind und sich bei den Händlern die Breitreifen platt stehen, beschert die S-Klasse den Schwaben Rekordgewinne - im ersten Produktionsjahr wurde die neue Ausgabe 100 000 Mal verkauft. Kein Wunder, dass Mercedes da nachlegt. Mit dem S-Klasse Coupé, einem viersitzigen Luxus-Cabrio, dem extralangen Pullman und dem besonders opulent ausgestatteten Maybach. Eigentlich war darüber hinaus noch ein viertüriges Coupé geplant, doch da hatten die Entscheider wohl Angst vor der eigenen Courage.

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Trotzdem konzentriert die Marke ihre Investitionen auch in Zukunft auf die renditestarken Segmente. Ein wichtiges Instrument der Gewinnmaximierung und Höherpositionierung ist die PS-Schmiede AMG in Affalterbach. Dort entstehen nicht nur Sonderserien wie SLS und GT/S, sondern auch die Lustvarianten der Volumenmodelle. Der 360 PS starke A45 AMG war für die neue A-Klasse eine wichtige Anschiebhilfe, die Typen C63/E63/S63 fahren seit vielen Jahren satte Margen ein, die AMG-Editionen der G-Klasse sind aufgrund der exorbitanten Deckungsbeiträge längst die unumstrittenen Lieblinge der Controller.

AMG kalkuliert mit selbstbewussten Stückzahlen

Während BMW M nicht nur den M7 wiederholt totrechnet und bei der Audi Quattro GmbH das kleine Mittelmotorcoupé trotz Allradantrieb in den roten Zahlen feststeckt, kalkuliert AMG schon mal mit bewusst optimistischen Stückzahlen und Ausstattungsbestellraten. Als nächstes Zugpferd hat die Submarke einen extrem leichten und effizienten Supersportwagen angedacht, der in knapp sechs Jahren den GT/S ablösen soll. Natürlich nimmt AMG-Chef Tobias Moers auch fast alle Crossover-Derivate unter seine Fittiche. Das beginnt beim GLA45 AMG und zieht sich durch bis zu GLE und GLS, den Nachfolgemodellen der M-Klasse und des GL.

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Die italienische Motorradmarke MV Agusta baut Modelle, die "Brutale" heißen oder "Rivale". Jetzt plant Daimler eine Teilübernahme des Familienunternehmens. Und die könnte sich für beide Seiten lohnen.   Von Thomas Fromm

Doch AMG ist nicht nur zertifizierter Schnellermacher und erfolgreicher Imagebringer, sondern auch der neue Partner von Aston Martin Lagonda (AML) und MV Agusta. Die bescheidene Kapitalverflechtung mit den Engländern dürfte erst dann an Bedeutung gewinnen, wenn AML neben Triebwerken und Elektronikbausteinen auch mit kompletten Architekturen versorgt werden will. Der gerade geschlossene Deal mit dem italienischen Motorradhersteller MV Agusta knüpft genau dort an, wo AMG vor zweieinhalb Jahren den roten Ducati-Faden an Audi verloren hat.