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Infrastruktur für Elektroautos:Deutschland lädt auf

Die ersten Serien-Elektroautos kommen - und die finden schon jetzt mehr als 800 öffentliche Ladestationen vor. Auch wenn sie attraktiver sein könnten: Damit liegt Deutschland in Europa ganz weit vorne.

In den kommenden Wochen werden die ersten rein elektrisch angetriebenen Serienautos auf Deutschlands Straßen rollen. Mit einer Ladung ihrer Lithium-Ionen-Batterie kommen sie in rund 100 Kilometer weit, etwas mehr oder etwas weniger - das hängt nicht zuletzt vom individuellen Fahrstil ab.

Infrastruktur für Elektroautos

Tankspaß mit Strom?

Ist der Akku leer, muss der Stromer ans Netz. Sechs bis acht Stunden dauert das Aufladen der E-Cars an der normalen Haussteckdose. Und genau da möchten die meisten Elektroautofahrer zum Auftanken auch hin. Das hat zumindest die Studie des Münchner Marktforschungsinstituts Technomar ergeben, das unter anderem den Feldversuch mit 50 Mini-E in Berlin begleitet hat. Öffentliche Ladestationen wurden in dem Elektro-Mini-Alltagstest dagegen kaum genutzt.

Wer keine Garage mit Steckdose hat und das Ladekabel über Gehwege und Blumenrabatten ziehen müsste, ist allerdings auf die öffentlichen Stromtankstellen angewiesen. Beim Aufbau der entsprechenden Infrastruktur hat Deutschland in den vergangenen zwölf Monaten nicht gekleckert, sondern rangeklotzt. Exakt 858 öffentliche Ladestandorte für Elektroautos weist das internationale Stromtankstellenverzeichnis LEMnet aktuell (Stand Ende Oktober 2010) bundesweit aus.

Die Zahl nimmt sich im Vergleich zu rund 14.000 herkömmlichen Tankstellen zwar immer noch bescheiden aus. Im internationalen Vergleich steht Deutschland damit aber gut da, ist sogar Europas Elektrotankstellen-Spitzenreiter.

Frankreich bringt es derzeit gerade mal auf 209 öffentliche Stromtankgelegenheiten - obwohl seine Autokonzerne Renault und PSA das Thema Elektromobilität weit früher auf die Agenda nahmen und der deutschen Konkurrenz um eine Pferdelänge voraus sind.

Immerhin: Die Stromsignale in Deutschland sind jetzt deutlich. Die Bundesregierung will in den kommenden Jahren möglichst viele elektrisch angetriebene Autos auf den Straßen sehen - und die großen Energiekonzerne wollen das natürlich auch. Sie sind die Betreiber der meisten öffentlichen Ladestationen.

Allen voran engagiert sich RWE. Bis Ende des Jahres will der Essener Stromriese bundesweit 1000 Ladepunkte an den Start gebracht haben, 500 davon allein in Berlin. Daneben haben einige private Anbieter, Universitäten und andere Forschungsinstitute Ladesäulen aufgestellt. Mancherorts bedarf es einer Voranmeldung, um seinen Stromer ans Netz zu hängen, einige Stationen bieten den Autostrom vorerst sogar noch unentgeltlich an.

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