Genfer Autosalon 2015:Show der PS-Protze

McLaren, Aston Martin und Ferrari zeigen in Genf Supersportwagen, die von allem zu viel haben. Nur eine Straßenzulassung, die ist leider nicht dabei.

Von Thomas Harloff

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Aston Martin Vulcan

Aston Martin Vulcan

Quelle: dpa-tmn

Renntaugliche Sportwagen ohne Straßenzulassung sind derzeit ein Trend in der Sportwagenbranche. Aston Martin zeigt in Genf ein solches Exemplar: den Vulcan, dessen zwischen Vorderachse und Fahrgastzelle positionierter Siebenliter-V12-Saugmotor mehr als 800 PS entwickeln soll. Doch der technisch ausgefeilte und üppig beflügelte Brite dient nicht nur als Lockangebot für motorsportaffine Superreiche, sondern auch als Konzeptstudie. Die Vollcarbon-Karosserie des Vulcan, entstanden im hauseigenen Designstudio, steht laut Hersteller exemplarisch für die Formensprache künftiger Aston-Martin-Modelle.

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McLaren P1 GTR

McLaren P1 GTR

Quelle: McLaren Automotive

McLaren macht seinen besonders zahlungskräftigen Kunden ein ähnliches Angebot. Etwa 2,5 Millionen Euro kostet ein Exemplar des P1 GTR, doch ein Beifahrersitz oder eine Straßenzulassung sind in dieser Summe nicht enthalten. Dafür legt McLaren ein Fahrerprogramm auf, in dessen Rahmen die Briten Auto und Besitzer an festen Terminen an Rennstrecken zusammenbringen und technisch betreuen, damit diese Spaß miteinander haben können. Das 3,8-Liter-V8-Biturbotriebwerk und der Elektromotor des P1 GTR generieren gemeinschaftlich bis zu 1000 PS. Das sind 84 PS mehr als beim normalen P1, der nach McLaren-Angaben 50 Kilogramm schwerer ist. Ansonsten ist die Flunder mit allem ausgestattet, was ein Auto schneller macht - unter anderem mit profillosen Rennreifen.

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Ferrari 488 GTB

Der neue Ferrari 488 GTB

Quelle: dpa-tmn

Mit dem FXX K hat auch Ferrari einen Extremsportler, der seine Talente ausschließlich auf Rennstrecken unter Beweis stellen darf, im Angebot. Der hatte seinen großen Auftritt bereits im vergangenen Jahr in Abu Dhabi, wo Anfang Dezember das traditionelle Weltfinale der Rennsportabteilung stattfand. Die Bühne in Genf gehört dagegen einem klassischen Ferrari-Sportwagen, den man auch auf der Straße fahren darf, der aber - zumindest was die Motorentechnik angeht - gar nicht mehr so klassisch ist. Die Roten aus Maranello setzen nun verstärkt auf Triebwerke mit Turboaufladung, was beim Modellwechsel vom 458 Italia zum neuen 488 GTB bedeutet: Statt eines V8-Saugmotors mit 4,5 Litern Hubraum kommt nun ein 3,9-Liter-Turboaggregat mit V8-Zylinderanordnung zum Einsatz.

Ein Blick auf die Daten genügt, um festzustellen: Dem neuen Motor mag es an Hubraum fehlen, aber gewiss nicht an Kraft. Mit 670 PS leistet der 488 GTB 100 PS mehr als sein Vorgänger. Das maximale Drehmoment wächst noch deutlicher um 220 auf 760 Newtonmeter. Drehfreudig ist das Triebwerk ebenfalls, maximal sind über 8000 Touren drin. Von null auf hundert beschleunigt der 488 GTB laut Werksangabe in drei Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als 330 km/h - jeweils schnellere Werte als beim Vorgänger. Gleichzeitig sollen der Durchschnittsverbrauch um fast zwei auf 11,4 Liter und die CO2-Emissionen von 307 auf 260 g/km sinken.

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McLaren 675LT

McLaren 675LT

Quelle: McLaren Automotive

Ein direkter Konkurrent des Ferrari 488 GTB ist McLarens zweite Genf-Neuheit, mit der die Formel-1-erprobten Briten nicht nur ein leistungsgesteigertes und technisch verfeinertes Derivat des bekannten 650S vorstellen. Nein, sie gestalten ihren Sportwagen direkt um und verpassen ihm den Namenszusatz "Longtail", abgekürzt "LT". Der Zweisitzer verfügt nun über ein verlängertes Heck, was laut Hersteller für einen um 40 Prozent erhöhten Anpressdruck und eine verbesserte Traktion sorgen soll. Damit die Hinterreifen nicht unterfordert sind, heben McLarens Motoreningenieure die Leistung des 3,8-Liter-Biturbo-V8 von 650 auf 675 PS und das maximale Drehmoment von 678 auf 700 Newtonmeter an.

Der Preis des nur als Coupé erhältlichen und weltweit streng auf 500 Exemplare limitierten Briten steht nun auch fest. Er kostet in Deutschland 309 750 Euro.

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Audi R8

Der neue Audi R8.

Quelle: dpa-tmn

Kurze Front, langes Heck, Motor in der Mitte und die Antriebskraft übertragen alle vier Räder: Wer jetzt spontan an den Lamborghini Huracán denkt, liegt daneben und doch irgendwie goldrichtig. Ein Jahr, nachdem der italienische Sportwagen in Genf debütierte, feiert an gleicher Stelle dessen Schwestermodell Audi R8 Premiere. Mit ähnlichen oder gar völlig gleichen technischen Dreingaben. In beiden Fällen liefert der 5,2-Liter-V10-Saugmotor 610 PS und beschleunigt die Zweisitzer in 3,2 Sekunden von null auf hundert km/h. Bei der Höchstgeschwindigkeit (zwischen 325 und 330 km/h) unterscheiden die Supersportler lediglich Nuancen, beim Preis dagegen ein Kleinwagen. Während der Lambo mindestens 201 705 Euro kostet, ist der Audi ab Sommer für 187 400 Euro zu haben.

Ein weiterer Unterschied - von der eher rundlichen und damit im Vergleich zum kantigen Huracán sehr gegensätzliche R8-Optik einmal abgesehen - liegt in der Existenz eines schwächeren und billigeren Audi-Modells. Während beim Italiener 610 PS das Leistungs-Mindestmaß sind, gibt es dessen deutsches Pendant auch in einer Variante, deren V10-Motor "nur" 540 PS leistet und deren Einstiegspreis bei 165 000 Euro liegt. In absehbarer Zeit ist gar ein echtes Einstiegsmodell mit V6-Turbomotor geplant, dazu ein Hybrid mit extern aufladbaren Batterien und eine reine Elektroversion.

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Porsche 911 GT3 RS und Cayman GT4

Porsche 911 GT3 RS

Quelle: Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG

Einen Großteil seines Geldes verdient Porsche längst mit pummeligen Limousinen und üppig bemessenen SUVs. In Genf zeigen sich die Schwaben aber traditionell von ihrer sportlichen Seite. 2015 präsentiert Porsche in Genf die besonders dynamischen Versionen zweier bekannter Modellreihen. Den abgebildeten Cayman GT4 etwa, bei dem der Sportwagenbauer das Chassis des Mittelmotor-Coupés und den Motor des 911 Carrera S miteinander verbindet. Im GT4 leistet der mindestens 85 776 Euro teure 3,8-Liter-Sechszylinder-Boxer 385 PS. Groß dimensionierte Flügel, ein tiefergelegtes Fahrwerk und eine bissige Bremsanlage sollen den Leistungssportler beherrschbar machen.

Noch kompromissloser und mit klarem Rennstreckenfokus ist der neue 911 GT3 RS (Foto). Dessen Saugmotor mit sechs Zylindern im gewohnter Boxer-Layout leistet 500 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 480 Newtonmetern. Die Nürburgring-Nordschleife soll der puristische Elfer in 7:20 Minuten umrunden. Ein beachtlicher Wert, den sich die Leichtbau-Ikone erfahrungsgemäß mit einer deutlich reduzierten Alltagstauglichkeit gegenüber den Standard-Elfern erkauft. Allerdings ist er mit einem Grundpreis von 181 690 Euro deutlich teurer als diese.

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Audi Prologue Avant

Audi Prologue Avant

Quelle: dpa-tmn

Der Kombi der näheren Zukunft ist über fünf Meter lang, fast zwei Meter breit, hat einen Kühlergrill, der anscheinend hungrig auf Asphalt ist, Räder in Übergröße (22 Zoll) sowie ein Schräg- und kein Steilheck. So jedenfalls präsentiert sich in Genf erstmals die Kombiversion der Prologue-Studie, die das Erstlingswerk des neuen Audi-Designchefs Marc Lichte war und im November auf der Los Angeles Auto Show debütierte.

Der ausladenden Dimensionen zum Trotz ist dem Audi-Gestalter mit beiden Prologue-Varianten Ansehnliches gelungen, was dazu führt, dass deren Technik fast in den Hintergrund gerät. Im Fall des Prologue Avant dürfte sich kaum jemand für den 455 PS starken Diesel-Hybridantrieb interessieren, der eine rein elektrische Reichweite von 54 Kilometern schaffen soll. Eher schon für die eigenwillige Kommandozentrale, die drei Touchscreens zu einer horizontalen Bedieneinheit verschmelzen lässt. Oder die weitreichenden Vernetzungsmöglichkeiten, die Audi zufolge Auto und Internet eins werden lassen.

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VW Touran

Der neue VW Touran.

Quelle: obs

1,9 Millionen verkaufte Exemplare in zwölf Jahren: Der VW Touran hat seine lange Karriere mit ziemlich guten Absatzzahlen gerechtfertigt. Nun ist es dennoch Zeit für einen Nachfolger, und der fährt in Genf erstmals ins Rampenlicht. Mit etwas mehr Ecken und Kanten im Blechkleid fügt sich der neue Touran optisch harmonisch in Volkswagens Modellpalette ein und zeigt, was aus der Plattform, die neben dem Golf noch etwa 40 weitere Konzernmodelle nutzen, in puncto Platzangebot herauszuholen ist. Auf Wunsch gibt es sieben Sitze oder 1040 Liter Gepäckvolumen, wenn man auf die dritte Sitzreihe verzichtet und den Kofferraum bis unter das Dach voll lädt. Die Diesel- und Benzinmotoren sind gute Bekannte aus dem Konzernregal und leisten zwischen 110 und 190 PS. Wie inzwischen die meisten seiner Modelle rüstet VW den neuen Touran gegen Aufpreis mit allerlei elektronischen Fahrassistenten aus. Und mit Konnektivitätslösungen, mit denen das Auto mit dem Smartphone oder Tablet seiner Insassen verknüpft werden kann.

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VW Caddy

Der neue VW Caddy.

Quelle: dpa-tmn

Günstig, kompakt und trotzdem geräumig: Für diese Qualitäten erfreuen sich Hochdachkombis wie der VW Caddy ungebrochener Beliebtheit. Ende Juni kommt die vierte Generation als familienfreundliche "Zivilversion" oder als Kastenwagen für Gewerbetreibende. Für beide Varianten stehen drei Benzin- und fünf Dieselmotoren zur Verfügung, die Leistungsspanne reicht von 75 bis 150 PS - Letzteres ist ein Topwert in diesem Segment. Im Angebot wird auch wieder eine Version mit Erdgasantrieb sein. Neu sind einige Assistenzsysteme, darunter ein elektronisches Umfeldbeobachtungssystem, der Fernlichtassistent, eine Müdigkeitserkennung oder die automatische Distanzregelung. Vieles davon hat der Caddy seinen Konkurrenten voraus, was sich VW mit höheren Preisen bezahlen lässt. Der Kombi startet bei 18 243 Euro.

Mit dem neuen Sharan rundet VW in Genf die Komplettrenovierung seiner Familienabteilung ab.

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Fiat Doblò (Cargo)

Der neue Fiat Doblò.

Quelle: dpa-tmn

In einer Familien- und einer Kleinunternehmerversion gibt es auch den Fiat Doblò. Die von den Italienern als vierte Generation des Kastenwagens angekündigte Neuheit ist in Wahrheit eine aufgefrischte Version des seit 2010 angebotenen Modells. Allerdings fällt das Facelift umfangreich aus. Von vorne ist der Doblò nicht wiederzuerkennen. Das zerklüftete Frontdesign wird nicht jedem gefallen, aber das breit grinsende Gesicht bringt zumindest etwas Frohsinn ins biedere Auto-Einerlei auf unseren Straßen.

Innen soll der Doblò im Zuge der Modellpflege komfortabler geworden sein. Auffälligstes neues Merkmal im Interieur ist der Fünf-Zoll-Touchscreen, der nun als Kommandozentrale für die wichtigsten Funktionen dient. Je nach Einsatzzweck, Modellvariante und Radstand können entweder bis zu sieben Passagiere oder 4000 Liter Gepäck mitfahren. Die insgesamt sieben Motoren werden entweder von Benzin, Diesel oder Erdgas angetrieben und leisten zwischen 90 und 135 PS. Die Preise starten bei 17 600 Euro für den 90 PS starken 1,4-Liter-Benziner mit kurzem Radstand.

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BMW 2er Gran Tourer

Der neue BMW 2er Gran Tourer.

Quelle: obs

BMW meint es ernst mit seiner neuen Van-Baureihe und stellt dem 2er Active Tourer im Mai eine siebensitzige Modellvariante zur Seite. Der Neue trägt den Namen Gran Tourer und ist mit 4,56 Meter etwa 21 Zentimeter länger als sein Pendant. Das schafft Platz für eine dritte Sitzreihe, die BMW für 790 Euro unter dem Kofferraum installiert. Der fasst dank der zusätzlichen Zentimeter mindestens 645 Liter Gepäck. Ein praktisches Detail ist die serienmäßige verschiebbare zweite Sitzreihe, die das Ladevolumen auf 805 Liter erhöht. Werden deren Lehnen umgelegt, fasst das Gepäckabteil bis zu 1905 Liter.

Verwirrung stiftet BMW mit seiner Motorenauswahl für die Van-Geschwister. Nur der kleinere Active Tourer bekommt die 231 PS starke Topmotorisierung 225i. Dafür bleibt dem größeren Gran Tourer vorerst der Einstiegsbenziner vorbehalten, der 216i mit 100 PS. Die weiteren zwischen 95 und 192 PS starken Diesel- und Benzinmotoren teilen sich die beiden BMW-Vans.

Die Preise für den BMW 2er Gran Tourer starten bei der Markteinführung im Mai bei 28 650 Euro für den 136 PS starken 218i. Damit ist er mehr als 2000 Euro teurer als der vergleichbare Active Tourer. Der Basispreis für das im Juli nachgereichte Einstiegsmodell 216i steht mit 26 950 Euro ebenfalls fest.

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Toyota Avensis

Facelift für Toyota Avensis

Quelle: dpa-tmn

Der Toyotas Avensis ist seit sechs Jahren auf den Markt. Im vergangenen Jahr haben sich nicht einmal 4000 Autokäufer für ihn entschieden, ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Die Zeit bis der neue Avensis auf den Markt kommt, überbrücken die Japaner nun mit dem zweiten Facelift des betagten Mittelklassemodells. Das bringt vor allem ein neues Frontdesign, das mit prägnanten horizontalen Linien an das bald startende Brennstoffzellenauto namens Mirai erinnert. Der Avensis muss jedoch wie gehabt mit konventionellen, wenn auch überarbeiteten Benzin- und Dieselmotoren auskommen. Der Hersteller verspricht zudem eine verbesserte Komfort- und Sicherheitsausstattung.

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Škoda Superb

Der neue Skoda Superb.

Quelle: Skoda

Komfortabel und sicher - zwei Attribute, die den Škoda Superb traditionell auszeichnen. Nun sieht das einst eher pummelige Mittelklassemodell auch noch ansehnlich aus. Die Tschechen haben augenscheinlich nicht zu viel versprochen, als sie bekanntgaben, dass der neue Superb viele gestalterische Elemente der letztjährigen Genf-Studie Vision C übernimmt.

Da er sich große Teile der Technik mit dem Konzernbruder VW Passat teilt, gibt es in dieser Hinsicht kaum Überraschungen. Die Triebwerkspalette, die ausschließlich aus Vierzylinder-Turbomotoren besteht, umfasst Benzinmotoren mit 125 bis 280 PS und Dieselaggregate mit 120, 150 und 190 PS. Der 240 PS starke Topdiesel des Passat wird es vorerst nicht in den Motorraum des tschechischen Schwestermodells schaffen.

Die Škoda-Ingenieure sind versessen darauf, Autos mit hohem Praxisnutzen zu konstruieren. Deshalb bietet der bei etwa 24 590 Euro startende Superb einen zwischen 625 und 1760 Liter großen Kofferraum, der dank des optional umklappbaren Beifahrersitzes bis zu 3,10 Meter lange Gegenstände unterbringt. Wohlgemerkt: als Limousine. Der Kombi, der im September auf der IAA in Frankfurt debütiert, dürfte noch mehr Platz bieten.

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Audi RS 3 Sportback

Der neue Audi RS 3 Sportback

Quelle: STG

Wundersam, aber war: Neben dem Škoda Superb und dem VW Passat greift auch der Audi RS 3 Sportback auf die Konstruktionsplattform zurück, die man in der Autobranche als "Modularen Querbaukasten" kennt. Der Audi ist der stärkste Vertreter einer neuen Generation rennstreckentauglicher Kompaktautos. Sein Fünfzylinder-Turbobenziner mit 2,5 Litern Hubraum leistet 367 PS, beschleunigt den Fünftürer in 4,3 Sekunden von null auf hundert und auf maximal 280 km/h. Die Werte eines Sportwagens, verpackt in eine fünftürige Karosserie, die sich nur in Nuancen von den schwächeren Brüdern unterscheidet - etwa durch die größeren Lufteinlässe in der Frontschürze und den Quattro-Schriftzug im Kühlergrill. Das charakteristische Understatement leistungsstarker Audi-Modelle ist also auch dem im Sommer startenden RS 3 eigen. Markentypisch sind außerdem der Allradantrieb und die optimistische Verbrauchsprognose: Im Schnitt soll der RS 3 Sportback 8,1 Liter Sprit verbrauchen und 189 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen.

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Ford Focus RS

Der neue Ford Focus RS

Quelle: obs

Mit 320 PS ist der neue Ford Focus RS ebenfalls stark motorisiert. Dennoch wahrt er einen respektablen Abstand zum Audi RS 3, auch weil sein Turbomotor nur über vier Zylinder und einen Hubraum von 2,3 Litern verfügt. Wie bei seinem Konkurrenten verteilt ein Allradantrieb die Kraft auf beide Achsen - eine Neuerung gegenüber den bisherigen Focus-RS-Generationen, die nur die Vorderräder antrieben.

Wer die Vorgänger kennt, wird sich über das expressive Äußere nicht wundern. Andere dürfte das martialische Styling, besonders der weit aufgerissene Kühlerschlund, zumindest irritieren. Wer sich von der Alles-außer-subtil-Optik nicht abstoßen lässt, muss sich noch bis zur zweiten Jahreshälfte gedulden. Erst dann rollen die ersten RS-Exemplare im Ford-Werk Saarlouis vom Band.

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Opel Corsa OPC

Der neue Opel Corsa OPC.

Quelle: obs

Im Mai kommt der neue Corsa OPC zu den Händlern. Angesiedelt in der Vier-Meter-Klasse, hat der Opel nichts mehr mit einem puristischen Kleinwagen gemein. Sein 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner leistet 207 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 245 Newtonmetern, das kurzzeitig auf 280 Newtonmeter gesteigert werden kann. Die Aufgabe, diese Kraft auf den Asphalt zu übertragen, bleibt den Vorderrädern überlassen. Die Traktion soll jedoch ausreichen, um den kleinen OPC in 6,8 Sekunden von null auf hundert zu beschleunigen. Bei 230 km/h ist laut Hersteller Schluss mit der Beschleunigung.

Den Verbrauch des schnellen Corsas gibt Opel mit 7,5 Litern an, den CO2-Ausstoß mit 174 g/km. Das ist nicht viel für einen Benzinmotor in der 200-PS-Liga, aber ziemlich viel für einen Kleinwagen - zumal Verbrauch und Emissionen im Alltag deutlich höher ausfallen dürften. Zu welchem Preis der Corsa OPC auf den Markt kommt, steht noch nicht fest.

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VW Golf GTD Variant

Der neue VW Golf GTD.

Quelle: dpa-tmn

Auch VW macht kräftig mit bei der Leistungstreiberei. Erstaunlicherweise steht dabei mit dem Golf Variant ein sonst eher braver Kombi im Mittelpunkt. Nachdem auf der LA Auto Show Ende letzten Jahres die R-Version debütierte, reicht Volkswagen in Genf mit dem GTD eine Powerdiesel-Variante nach. Deren Zweiliter-TDI leistet 184 PS, liefert ein maximales Drehmoment von 380 Newtonmetern und beschleunigt den Fünftürer in 7,9 Sekunden von null auf hundert. Höchstgeschwindigkeit: 231 km/h.

Mit einem Preis von 31 975 Euro ist der Golf GTD Variant alles andere als günstig. Immerhin bringt er dafür serienmäßig unter anderem 17-Zoll-Leichtmetallräder, Bi-Xenon-Scheinwerfer, ein Sportfahrwerk mit 15 Millimeter Tieferlegung und einen aufgepeppten Innenraum mit. Eine kleine finanzielle Enlastung könnte der Durchschnittsverbrauch von laut Hersteller 4,4 Litern (das entspricht einem CO2-Ausstoß von 115 g/km) bringen. Vorausgesetzt, der Normverbrauch lässt sich im Alltag reproduzieren.

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Renault Kadjar

Der neue Renault Kadjar.

Quelle: Bloomberg

Kompakte SUVs sind in Europa und China weiterhin das am stärksten wachsende Segment. Das veranlasst Renault dazu, den neuen Kadjar zwischen den Kleinwagen-basierten Captur und den größeren Koleos zu quetschen. Mit 4,45 Meter Außenlänge ist der Neuling zwar kaum kleiner als der Koleos, seine Ausrichtung zielt aber eher auf den Einsatz auf der Straße als im Gelände. Deshalb haben ihm die Designer ein deutlich gefälligeres Blechkleid geschneidert - und Renault lässt seinen Kunden die Wahl zwischen Vorder- und Allradantrieb.

Bezogen auf die Assistenzsysteme gehört der Renault Kadjar zu den am reichhaltigsten ausgestatteten Vertretern seines Segments. Sein Bedienkonzept folgt der Logik von Tablet-Computern, was die Möglichkeit bietet, zahlreiche Multimediafunktionen über Apps zu steuern. Der Kadjar wird sich die Motorenpalette weitgehend mit seinem Plattformbruder Nissan Qashqai teilen, der von 110 bis 163 PS starken Turbobenzinern und -dieseln angetrieben wird. Preislich dürfte sich der Kadjar etwas über dem Qashqai ansiedeln, der bei knapp 20 000 Euro startet.

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BMW 1er Facelift

BMW 1er Facelift

Quelle: obs

Wenn es darum geht, seine Modelle fit für deren zweite Lebenshälfte zu machen, hält sich BMW mit Designretuschen meist zurück. Das Facelift des 1er ist dagegen unübersehbar. Die neuen Scheinwerfer und neu gestaltete Lufteinlässe lassen die alte Nasenbär-Front vergessen. Auch das Heck mit in die Heckklappe gezogenen Rückleuchten sieht gefälliger aus als bislang. Den Innenraum haben die BMW-Designer ebenfalls umdekoriert, außerdem die Serienausstattung aufgewertet und neue Ausstattungslinien eingeführt. Das zieht allerdings höhere Preise nach sich: Je nach Motorvariante wird der 1er zwischen 800 und 1500 Euro teurer. Der Grundpreis für das Basismodell beträgt 22 950 Euro, der Fünftürer ist stets 750 Euro teurer als der Dreitürer.

Die wichtigste technische Neuerung findet im Motorraum statt: Sowohl der Basisbenziner 116i als auch der schwächste Diesel 116d sind nun Dreizylinder-Triebwerke mit 1,5 Litern Hubraum. Darüber rangieren weiterhin Vier- und Sechszylindermotoren, die teilweise etwas stärker sind als zuvor, aber trotzdem weniger Kraftstoff verbrauchen sollen. Die Leistungsspanne reicht von 109 bis 326 PS im Topmodell M135i.

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Opel Karl

Der neue Opel Karl

Quelle: obs

In einer anderen Leistungs-, Größen und Kostenliga spielt der Opel Karl. Inspiriert vom Erfolg der Billigmarke Dacia, ist der ab 9500 Euro erhältliche Kleinwagen das neue Einstiegsmodell der Rüsselsheimer. Dafür gibt es einen 3,68 Meter kurzen Fünftürer, der entweder Platz für bis zu fünf Insassen oder maximal 940 Liter Gepäck bieten soll. Sein Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner leistet 75 PS und verbraucht laut Opel in der Öko-Version 4,3 Liter, was einem CO2-Ausstoß von 99 g/km entspreicht. Im Juli kommt der Karl auf den Markt.

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Rinspeed Budii

Rinspeed Budii

Quelle: Rinspeed

Kein Autosalon ohne Konzeptstudie von Rinspeed. Der selbsternannte "kreative Think Tank der Autoindustrie" um den Schweizer Vordenker Frank Rinderknecht stellt mit dem Budii bereits seine 21. Autovision in den Genfer Messehallen vor. Das Showcar weist nicht von ungefähr Ähnlichkeiten zum BMW i3 auf: Das bayerische Elektroauto liefert die technische Basis, wurde von Rinderknechts Team aber vor allem innen völlig umgekrempelt. Da der Budii selbständig fahren kann, rückt das Lenkrad in die Mitte und verschwindet hinter einem groß dimensionierten Tablet-Computer. Wollen die vorderen Insassen selbst das Steuer übernehmen, lässt sich das Volant entweder nach links oder rechts ausfahren.

Wie üblich bei Rinspeed ist auch eine Serienversion des Budiis ausgeschlossen. Aber den einen oder anderen Denkanstoß für künftige Fahrzeuge mit Autopilot wird auch diese Studie liefern.

© SZ.de/harl/beu/jobr/pak/rus
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