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Brenner-Basistunnel:Wie kommen die Conatiner auf den Zug?

Heute klettern an die 280 Züge täglich über den Brenner. Durch den Tunnel werden es 400 sein können, in vielfachem Tempo von heute. Das bedeutet: alle 3,6 Minuten ein Zug.

Hier aber beginnt der Kampf um die Brennerbasis. Denn Experten und Umweltschützer monieren, dass keineswegs gesichert ist, die Schwerlasten auch wirklich auf die Bahn zu bringen. Bis heute gibt es kein Konzept für entsprechend leistungsfähige Zufahrten, um die Tunnelkapazität auch gut zu nutzen.

Die Anfahrt von München oder Salzburg über Rosenheim und Kufstein ist solchem Ansturm niemals gewachsen und wird vorerst auch nicht ausgebaut. Der Tunnel, für den es erste Pläne schon Ende des 19. Jahrhunderts beim Bau der heutigen Passstrecke gab, gilt ohnehin vielen Kritikern als zu klein und zu kurz: Es gab Visionen für eine Magistrale München - Verona, die im bayerischen Oberland in der Erde verschwinden und erst zwischen Trient und Verona in Italien wieder auftauchen würde.

Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber war einer der Hauptsaboteure einer so großzügigen Alpenmagistrale: Er werde den Teufel tun und das schöne bayerische Oberland verschandeln lassen, meinte er.

Die Politiker der Hauptstadt Wien hielten überdies die Transit-Klagen aus Tirol lange für folkloristische Scherze aufrührerischer Gebirgler. Bis Wien begriff, dass es hier um ernste Klagen geht, dauerte es Jahrzehnte, mussten Autobahnen besetzt und Klagen eingereicht werden.

Als Ende der siebziger Jahre die Schweiz den Alpentransit per Laster drastisch zu verteuern begann, priesen Tiroler Politiker noch den Brenner vollmundig als Ausweichroute an: "Verkehr bringt Leben" ist wohl einer der schönsten und dümmsten Sprüche, wie sie von dem legendären Landeshauptmann Eduard Wallnöfer verbürgt sind.

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