Nach dem Aus für den Opel-Verkauf ist das Werk Kaiserslautern in Gefahr. Oberbürgermeister Weichel über die Folgen für Stadt und Region.
In Kaiserslautern wird gezittert. Nachdem General Motors (GM) den Opel-Verkauf an Magna abgeblasen hat, bangt die Region um ihr Werk. 10.000 Jobs möchte GM abbauen - dass dabei auch Werke geschlossen werden, ist naheliegend. Das Werk Kaiserslautern mit etwa 3600 Beschäftigten ist der einzige deutsche Opel-Standort, wo keine Autos gebaut werden, sondern ausschließlich Komponenten für den Fahrzeugbau. Experten meinen, diese Aufgabe könnte auch durch andere Werke übernommen werden. Ein Aus für das Opel-Werk würde die strukturschwache Westpfalz jedoch hart treffen. Klaus Weichel, 53, ist seit September 2007 Oberbürgermeister von Kaiserslautern. Zusammen mit seinen Kollegen aus Eisenach, Bochum und Rüsselsheim kämpft er für den Erhalt aller deutschen Standorte.
Bild vergrößern
Klaus Weichel (SPD) kämpft für den Opel-Standort Kaiserslautern. "Wir werden richtig Dampf machen." (© Foto: oh)
Anzeige
sueddeutsche.de: Herr Weichel, GM wird Opel behalten. Das könnte für das Werk in Kaiserslautern das Aus bedeuten. Am Vormittag werden die Mitarbeiter vor allen deutschen Standorten protestieren. Haben Sie die Trillerpfeife schon eingepackt?
Klaus Weichel: Die Trillerpfeife werde ich zu Hause lassen. Aber ich werde dafür mit großen Teilen des Stadtrats am Opel-Tor erscheinen. Wir werden richtig Dampf machen.
sueddeutsche.de: Was sind Ihre konkreten Forderungen?
Weichel: Am liebsten hätten wir, dass General Motors die Entscheidung rückgängig macht, aber das ist wohl utopisch. Jetzt fordern wir den Erhalt aller Standorte, den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und vor allem eine klare Aussage von GM, wie es mit Opel weitergeht.
sueddeutsche.de: GM droht mit Insolvenz, wenn die Belegschaft nicht spurt. Welches Druckmittel haben Sie noch?
Weichel: Ich finde, es ist ein Skandal, wie sich dieses Unternehmen verhält. Dennoch ist die Belegschaft nicht machtlos. Der angekündigte Lohnverzicht wird doch nicht stattfinden und auch die Finanzierungszusagen von Bund und Ländern sind hinfällig.
sueddeutsche.de: Davon wird sich General Motors nicht beeindrucken lassen - schließlich hat die US-Regierung gerade 50 Milliarden Dollar in das Unternehmen gepumpt.
Weichel: Ich glaube dennoch, dass wir eine Chance haben. Denn die Mitarbeiter der vier Opel-Standorte lassen sich von GM nicht auseinanderdividieren. Gegen den Willen der kompletten Belegschaft kann General Motors nicht viel ausrichten. Ich glaube daher, alle deutschen Werke bleiben bestehen - auch Kaiserslautern.
sueddeutsche.de: Die Entscheidung, Opel zu behalten, war der "Plan B" von General Motors, der immer in den Schubladen lag. Wie sieht Ihr "Plan B" für Kaiserslautern aus, wenn das Werk geschlossen wird?
Weichel: Opel muss bleiben, denn wir haben keinen "Plan B". Wenn die Bundesregierung die Entscheidung von General Motors nicht beeinflussen kann, wie soll das auf Oberbürgermeister-Ebene gelingen?
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Wie viel ist uns die Umwelt wirklich wert? Eine Suche nach dem Preis der Natur. Jetzt lesen ...
- Opel bleibt bei GM "Gleichgewicht des Schreckens" 05.11.2009
- Drama um Opel Nervenkrieg mit bitterem Ende 16.06.2010
- Opel und General Motors "Die Entscheidung ist eine Chance" 05.11.2009
- Opel Der große Showdown 27.05.2009
- Wirtschaft kompakt Der Nächste, bitte 14.10.2010
- Opel: Werksschließung Albtraum in Antwerpen 04.10.2010
- Autoindustrie: Ford und Opel Tochter - und Stieftochter 01.10.2010
Umstrittenes Anti-Piraterie-Abkommen
"Opel muss bleiben, denn wir haben keinen "Plan B"."
Tja, da ist die SZ aber nun wirklich die falsche Adresse für diesen frommen Wunsch. Der gehört für den 24.12. auf den Wunschzettel geschrieben und ans Christkind geschickt.
die Insolvenz selbst in die Hand zu nehmen.
Solane die Regie bei GM liegt, wird der Stellenabbau, werden die Geizmaßnahmen und sonstige Abwicklungen zum Vorteil von GM umgesetzt.
Chaos und Desaster und Milliardenverlust wäre aber vorprogrammiert, wenn die Mitarbeiter von Opel allesamt auf denselben Tag hin kündigen würden. Danach verbliebe GM mangels eines geregelten Ausstiegs nur ein spontanes Abstoßen.
Trillerpfeifen und Streiklätzchen sowie jede Menge Emotionen,
so kannman keinen Marke retten , welche keiner mehr braucht.
die Politik hat hier nichts zu suchen
unsere Steuergelder auch nicht!
die freie Marktwirtschaft schon!
Manager mit gute Konzepte "on long term", aber OHNE Bonus sind gefragt, oder?
hätte mal früher mässigend auf IGM Unsinn einwirken sollen.
Paging