Von Jens Flottau, Frankfurt

Der Flugverkehr in Deutschland wächst massiv. Dumm nur, dass die Flughäfen in München und Frankfurt schon jetzt an ihre Grenzen stoßen. Dringend erforderliche Start- oder Landezeiten können oft nicht mehr genehmigt werden.

Es spricht der Mann aus dem Tower. Michael Kerkloh hat vor einem großen Foto seines Kontrollturms an der Stirnwand im Saal "Leonardo da Vinci" des Münchner Hotels Kempinski Platz genommen. Der Chef des Flughafens der Stadt ist bester Stimmung: "Wir haben nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sehr viel schneller als erwartet wieder deutliche Verkehrszuwächse registriert", sagt er bei der Bilanzvorstellung seines Unternehmens.

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Unter den Top-Ten-Flughäfen der Welt ist aus Deutschland nur der Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt vertreten. Doch der Flughafen München ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Für eine Aufstellung der größen Flughäfen der Welt bitte auf die Grafik klicken.

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Etwa 35 Millionen Fluggäste benutzten den zweitgrößten deutschen Verkehrsflughafen im vergangenen Jahr, das waren 6,2 Prozent mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie. Der Flughafen-Konzern machte nach vorläufigen Zahlen 1,1 Milliarden Euro Umsatz und erzielte mit 125 Millionen Euro sein bisher bestes Ergebnis.

Kerkloh rechnet mit fünf bis sechs Prozent Wachstum auch in diesem Jahr und lässt durchblicken, dass dies eine eher konservative Schätzung ist. Grund zum Optimismus gibt dem Manager vor allem die rasante Entwicklung des Luftfracht-Geschäftes mit plus 27 Prozent. Das gilt als Barometer für den gesamtwirtschaftlichen Trend.

München steht nicht alleine da

Die Tochtergesellschaft Cargogate musste noch bis April 2010 kurzarbeiten, nun macht die Belegschaft Überstunden, um die Fracht zu laden, die nicht zuletzt dank neuer Langstrecken-Verbindungen so viel mehr geworden ist. Neuerdings verbinden die Lufthansa-Partner Singapore Airlines, Continental Airlines und All Nippon Airlines München täglich mit Singapur, New York und Tokio.

Da wird es eng auf den zwei Start- und Landebahnen in München. "In den Verkehrsspitzen sind wir aufgrund der heute bestehenden Auslastung über mehrere Stunden des Tages vollkommen dicht", sagt Kerkloh. Wünsche der Fluggesellschaften nach zusätzlichen Start- oder Landezeiten können "schon lange nicht mehr berücksichtigt werden".

München steht mit seinen guten Zahlen hierzulande nicht alleine da. Obwohl die Aschewolke, heftige Schneefälle und Pilotenstreiks den Flugbetrieb massiv beeinträchtigten, konnten praktisch alle großen deutschen Flughäfen im vergangenen Jahr nach der Krise zulegen.

Das Wachstum war auch deswegen deutlich, weil die Geschäftsreisenden zahlreiche Termine nachgeholt haben, die sie im Vorjahr aus Budgetgründen noch verschoben hatten: Der Aufschwung ist vor allem dem Plus im Geschäftsreisesegment zuzuschreiben. Insgesamt legten die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Verkehrsflughäfen (ADV) bis einschließlich November 2010 um fünf Prozent zu.

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  1. Sie lesen jetzt "Vollkommen dicht"
  2. Die Szenerie wird sich bald deutlich wandeln
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