Unternehmen, die zurzeit bei der Öko-Steuer begünstigt sind, sollen dem Bericht zufolge in Zukunft mehr zahlen. Verschont würden dabei Firmen, die im internationalen Wettbewerb stünden.

DGB: Leiharbeiter oft ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld Bild vergrößern

Wo gibt es Sparmöglichkeiten? Das Kabinett berät am Sonntag und Montag auf einer Klausur. (© ag.ddp)

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Die Bahn solle künftig jährlich eine Dividende von 500 Millionen Euro an den Bund abliefern. Als Gegenleistung für die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken sollten deren Betreiber eine Brennelementesteuer entrichten. Sie werde ein Aufkommen von 2,5 Milliarden Euro im Jahr haben. In Berlin sollen den Informationen zufolge die Kosten für den Wiederaufbau des Stadtschlosses von mehr als 400 Millionen Euro gespart werden. Das Projekt könne erst realisiert werden, wenn die Bundesfinanzen saniert seien, meldete der Spiegel unter Berufung auf Regierungskreise.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte bereits angekündigt, dass sie mit ihrem Etat sieben Milliarden Euro unter dem Planansatz für 2011 bleiben werde. Dazu trägt auch die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt bei. Ihr Sprecher Jens Flosdorff sagte der Deutschen Presse-Agentur, das Arbeitsministerium werde bei der Klausur über die sieben Milliarden Euro hinaus "einen deutlichen Sparbeitrag" anbieten. Weitere Details nannte er nicht.

Lindner wies den Vorwurf zurück, die FDP wolle den Sozialstaat schleifen und auf Kosten der Ärmsten sparen. Die Liberalen wollten lediglich die sozialen Standards wieder auf das Niveau der Regierung von Gerhard Schröder bringen, sagte er. "Was unter Rot-Grün sozialer Standard war, kann man ein paar Jahre später schwerlich als sozialen Kahlschlag kritisieren", sagte er. Außerdem würden der Wirtschaft Subventionen gestrichen und die Finanzbranche stärker besteuert: "Die Balance stimmt."

FDP: "Steuererhöhungen nicht diskutabel"

Kurz vor Beginn der Sparklausur erklärten die Liberalen Steuererhöhungen am Sonntag erneut für nicht diskutabel. "Mit der FDP wird es weder höhere Einkommenssteuern, höhere Mehrwertsteuern oder einen erhöhten Soli geben", sagte die FDP-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Birgit Homburger der Bild am Sonntag. "Das kann sich die Union abschminken. Es muss endlich gespart werden", betonte Homburger.

Angesichts der geplanten Kürzungen hat Linke-Chef Klaus Ernst der Bundesregierung Wahlbetrug vorgeworfen. Merkel müsse eingestehen, dass sie die Wähler betrogen habe, sagte Ernst. Vor der Bundestagswahl habe Merkel mehrfach geleugnet, dass Schwarz-Gelb einen Sozialabbau plane. "Dabei lagen die Giftlisten schon kurz nach der Bundestagswahl fertig auf den Tischen der Unterhändler des Koalitionsvertrags", sagte Ernst.

Bremens Regierungschef Jens Böhrnsen (SPD) warnte vor weiteren Sparmaßnahmen zulasten der Länder und Kommunen. Er fürchte, dass am Ende das Sparen die soziale Schieflage weiter verschärfen und wieder zulasten der Länder und Gemeinden gehen werde, sagte Böhrnsen auf dem SPD-Landesparteitag in Bremerhaven. "Ihr dürft uns in Berlin nicht in den Ländern und Gemeinden die Beine weghauen", sagte Böhrnsen.

An diesem Sonntag beginnt die zweitägige Sparklausur der Bundesregierung, auf der ein Paket aus Streichungen und steuerlichen Maßnahmen gegen das Rekord-Staatsdefizit geschnürt werden soll. Um die gesetzlich festgelegte Schuldenbremse einzuhalten, sind für die kommenden Jahre Einsparungen von jeweils zehn Milliarden Euro im Gespräch.

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  1. Kahlschlag in der Verwaltung
  2. Sie lesen jetzt Angst vor sozialer Schieflage
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/jab/pfau)