Wohnen in der Au Auf dem Paulaner-Areal wachsen jetzt die "Welfengärten"

So sollen die Welfengärten dann aussehen. Simulation: Bayerische Hausbau

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  • Auf den Flächen der Paulaner-Brauerei am Nockherberg entstehen derzeit 1500 Wohnungen für etwa 3500 Menschen.
  • Schon bis Anfang 2020 errichtet die Bayerische Hausbau mit den "Welfengärten" 390 Mietwohnungen, davon 70 Sozialwohnungen und 30 Werkswohnungen für Mitarbeiter der Hausbau.
  • Vollständig fertig sein soll das gesamte Quartier voraussichtlich 2023.
Von Alfred Dürr

So lange ist es noch gar nicht her, da prägten riesige Stapel mit leeren Bierkästen und Parkplätze für Brauerei-Lastwagen das Bild des fast 19 000 Quadratmeter großen Grundstücks an der Welfen- und Regerstraße in der Au. Inzwischen hat sich auf dem Areal im Anschluss an die Wohnblöcke der Welfenhöfe viel verändert. Eine mächtige Baugrube ist ausgehoben. Bis Anfang 2020 errichtet die Bayerische Hausbau mit den "Welfengärten" 390 Mietwohnungen, davon 70 Sozialwohnungen und 30 Werkswohnungen für Mitarbeiter der Hausbau.

Die Grundsteinlegung für dieses Projekt am Dienstag war der Start für einen der größten Umstrukturierungsprozesse im inneren Bereich der Stadt. Auf den Flächen der Paulaner-Brauerei am Nockherberg, die insgesamt eine Größe von 13 Fußballfeldern haben, entstehen insgesamt 1 500 Wohnungen für etwa 3 500 Menschen. Hausbau-Chef Jürgen Büllesbach sprach von einem Quartier, das sich harmonisch in die Umgebung einfügen wird und von einer "Bereicherung für die ganze Au".

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Das neue Quartier setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen, die in unterschiedlichen Zeitabschnitten und stufenweise entwickelt werden. Neben den Welfengärten gibt es das Areal um den Nockherberg an der Regerstraße. Die Abbrucharbeiten haben begonnen. Dieses Gebiet plant das Architektenbüro Rapp+Rapp aus Amsterdam. Die Anzahl der Wohnungen steht noch nicht fest. Baubeginn soll dort im Sommer nächsten Jahres sein.

Bereits im Frühjahr 2018 startet der Neubau auf dem Teilareal an der Falkenstraße ("Am Alten Eiswerk"). Dort waren früher die Mälzerei, das Sudhaus und der Gärkeller. 212 Wohnungen (davon 55 geförderte) sind vorgesehen. Wie auch bei den Welfengärten plant hier das Büro Caruso St John Architects, London, in Zusammenarbeit mit Steidle Architekten, München.

Vollständig fertig sein soll das gesamte Quartier voraussichtlich 2023. Das Paulaner-Verwaltungsgebäude an der Ohlmüllerstraße war nicht Bestandteil des Bebauungsplanverfahrens. Dort entstand unter Einbeziehung des denkmalgeschützten "Zacherlbaus" ein Neubau nach den Entwürfen des Büros Hierl Architekten.

Bemerkenswert ist, dass bei den Welfengärten viel mit farbigen Fassaden gearbeitet wird. Die Front an der Welfenstraße wird größtenteils in Grün gehalten sein. Gauben und Gebäudesockel sind auberginefarben. Im rückwärtigen Bereich der Gebäude dominiert eine rote Farbgebung mit abgesetzten weißen Fensterumrahmungen. Ein eigens eingesetzter Gestaltungsbeirat hat sich mit diesem Konzept beschäftigt. Dem Gremium gehörten Vertreter der Stadtverwaltung, des Investors, der Architekten und Landschaftsplaner sowie des Bezirksausschusses an.

Vom Beginn der Planungen an, die bis ins Jahr 2012 reichen, setzte die Bayerische Hausbau zusammen mit der Stadt auf eine Bürgerbeteiligung, die über das gesetzlich vorgeschriebene Maß hinausging. Damit erhoffte man sich eine möglichst hohe Akzeptanz für das Großprojekt. Die Bürger sollten nicht mit fertigen Entwürfen der Architekten konfrontiert werden. Die Büros mussten zum Beispiel Anregungen, Wünsche und Kritik aus der Öffentlichkeit aufnehmen und dann in ihre endgültigen Konzeptvorschläge einarbeiten.

Das Projekt in der Au hat bei den Nachbarn großes Interesse und heftige Debatten ausgelöst. Diese drehten sich vor allem um erschwingliche Wohnungen und eine gute Integration der Neubauten in das Viertel. Die Hausbau verweist darauf, dass 30 Prozent der Wohnfläche für Sozialwohnungen vorgesehen sind.

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Stadtbaurätin Elisabeth Merk betont wie Hausbau-Chef Jürgen Büllesbach die Chancen des Quartiers. Neue Geschäfte, Gastronomiebetriebe oder Kindertagesstätten schaffen ihrer Ansicht nach nicht nur für die künftigen Bewohner der Neubauten, sondern auch für die unmittelbare Nachbarschaft einen Vorteil. Auf bisher ausschließlich industriell genutzten und vollständig versiegelten Flächen sollen weitläufige Grünanlagen mit Spielplätzen für Kinder entstehen. Außerdem ist ein Fuß- und Radwege-Netz geplant. Das ermögliche dann auch ganz neue Verbindungen durch das Viertel, sagte die Stadtbaurätin.