Diekmann und Murdoch beim DLD James und Kai auf Du und Du

Schmusekurs zweier Medienchefs: Auf dem Zukunftskongress DLD interviewt "Bild"-Chef Kai Diekmann den BSkyB-Mann James Murdoch. Ein Branchenratsch.

Von Marc Felix Serrao

Bild sieht sich selbst gern als unbequemes und kritisches Blatt. Das bekommen nicht nur, aber vor allem all jene Sportler, Schauspieler und anderen Populärgestalten zu spüren, die irgendwann mal mit der Zeitung angebandelt haben und durch Höhen und Tiefen sausen. Bild kann aber auch anders.

James Murdoch (links), Aufsichtsratsvorsitzender der britischen Fernsehgruppe British Sky Broadcasting (BSkyB) und "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann bei der Konferenz DLD (Digital, Life, Design) in München.

(Foto: dpa)

Etwa dann, wenn Freunde da sind. An diesem Dienstag war James Murdoch zu Gast bei Hubert Burdas Münchner Medienkongress DLD ("Digital Life Design"). Und wer sah, mit welcher Wärme und Zuneigung Bild-Chefredakteur Kai Diekmann den jüngsten Sohn Rupert Murdochs und mutmaßlich künftigen Chef von News Corp (Times, Sun, Fox, Sky) dort auf dem Podium befragte, hätte sich nicht gewundert, wenn sich die Herren zum Abschied umarmt hätten.

"James, meine Kinder sind ganz verrückt nach dem iPad", flötete Diekmann los. Das war als Einleitung zu einer Diskussion über sogenannte Tablet-Computer gedacht, in die Verleger weltweit einige Hoffnung setzen.

News Corp wollte vergangene Woche in New York eigentlich die erste Tageszeitung nur fürs iPad präsentieren: The Daily. Das Projekt war mit Grandezza angekündigt worden, nun aber ohne Erklärung auf unbestimmte Zeit verschoben worden.

Was ist da los? Hakt die Technik? Gibt es Streit mit dem iPad-Anbieter Apple? Solche Fragen hätte man stellen können. Diekmann, 46, erzählte Murdoch, 38, stattdessen, wie toll sein Sohn mit dem iPad schon "Mala-Mala" machen könne.