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Umwelt - Hannover:Länder wollen Arbeitsgruppe zum Umgang mit Wölfen gründen

Hamburg (dpa) - Zur Klärung des Umgangs mit dem Wolf in Deutschland wollen die Bundesländer eine Arbeitsgruppe bilden. Das beschloss die Konferenz der Umweltminister am Freitag in Hamburg. In der Arbeitsgruppe sollen die Umwelt-Staatsräte der 16 Länder unter dem Vorsitz Hamburgs beraten, wie Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) sagte. Zum Auftakt der Ministerkonferenz am Donnerstag hatten nach Polizeiangaben rund 60 Bauern und Schäfer vor dem Tagungshotel protestiert. Sie forderten, ihre Weidetiere besser vor dem Wolf zu schützen.

"Das ist kein leichtes Thema, das polarisiert in der Gesellschaft enorm", sagte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Freitag. Jetzt müsse geprüft werden, was im Bundesnaturschutzgesetz geändert werden könne, damit sich die Akzeptanz von Artenschutz verbessere. Er warb für eine Annäherung der beiden Lager von Tierhaltern und Naturschützern. Wenn rechtsstaatlich entschieden worden sei, dass es zu einer "Entnahme" komme, müsse das akzeptiert werden. "Davon sind wir leider im Moment ein ganzes Stück entfernt", sagte er mit Blick auf die emotionale Debatte um eine Abschusserlaubnis für einen Wolf in Niedersachsen.

In Deutschland dürfen nur Wölfe gejagt werden, die mehrfach Zäune überwunden und großen Schaden angerichtet haben. Nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) leben in Deutschland zurzeit 73 Rudel und 30 Paare.