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Was macht eigentlich ... Petra Schmucker?:"Der Trick mit dem Handtuch funktioniert definitiv nicht"

Manipulationen bei den Heizkostenverteilern, um Geld zu sparen? Petra Schmucker kennt sich damit aus: Sie ist Gesellschafterin der Firma Brunata-Metrona. Die erstellt für viele Mietwohnungen die jährlichen Abrechnungen.

Brunata Metrona

Ein Mann liest die Heizung ab.

(Foto: oh)

Was machen Sie eigentlich?

Wir motivieren Menschen zum Energiesparen ...

...weil Sie die Heizung ablesen und die Rechnung präsentieren!

Wir sind Spezialist für die Erfassung von Wärme- und Wasserverbrauch. Unser Kerngeschäft ist die Erstellung von Heizkostenabrechnungen. Wir verteilen die Energiekosten einer Liegenschaft verbrauchsgerecht auf die Bewohner. Wer viel heizt und duscht, zahlt mehr. Wer weiß, wie viel er verbraucht, spart.

Ihre Rechnungen erschrecken die Bewohner so, dass sie kürzer duschen?

Nein, aber sie werden kostenbewusster. Früher hatten die Heizungen noch nicht einmal Thermostate und waren überhaupt nicht regelbar. Die Temperatur in der Wohnung wurde übers Lüften geregelt. Das war natürlich eine wahnsinnige Energieverschwendung, wenn bei geöffnetem Fenster die Heizung weiter bollert. Das änderte sich erst durch die erste große Ölkrise in den 70er Jahren. Danach wurden einige Verordnungen verabschiedet, um energiesparende Maßnahmen durchzusetzen wie die Heizkostenverordnung 1981.

Brunata Metrona München

  • Mitarbeiter: 700
  • Umsatz: k.a.
  • Gründung: 1949 durch Adolf Schmucker
  • Gesellschafter: Familie Schmucker

Viele Vermieter können doch gar nichts für den hohen Verbrauch, weil zum Beispiel in Altbauten Fenster, Türen und Wände schlecht gedämmt sind!

Das stimmt. Deshalb wird saniert. Das ist sicher auch eine Kostenfrage. Aber relativ gesehen bleibt auch die Verteilung der hohen Kosten entsprechend dem Verbrauch gerecht. Wir verteilen die Kosten ja nur, die absolute Höhe können wir gar nicht beeinflussen.

Einen Großteil der Heizungskosten kann der Mieter doch gar nicht beeinflussen, weil er von der Fläche abhängt. Wer eine große Wohnung hat, zahlt auf alle Fälle mehr, selbst wenn er gar nicht heizt?

Den Rahmen dafür setzt die Heizkostenverordnung. Mindestens die Hälfte des Verbrauchs muss verbrauchsabhängig sein, in der Regel orientiert man sich eher an der gesetzlichen Obergrenze von 70 Prozent. Der Rest orientiert sich an der Fläche. Der Vermieter muss dabei bauliche Gegebenheiten berücksichtigen. In einem schlecht isolierten Altbau, können bis zu 50 Prozent der Kosten von der Fläche abhängen, weil man davon ausgeht, dass eine nicht beheizte Wohnung durch die Wärme der Nachbarwohnungen und durch warme Leitungen erwärmt wird.

Aber die Flüssigkeit in den Röhrchen verdunstet auch, wenn man gar nicht heizt. Das ist doch nicht verbrauchsgerecht?

Zum einen sind die Röhrchen im Neuzustand überfüllt, um die sogenannte Kaltverdunstung auszugleichen. Zum anderen muss man immer bedenken, dass Heizkostenverteiler keinen Verbrauch messen, sondern lediglich die Basis für eine anteilige Verteilung der Kosten liefern.

Manche Verbraucher packen die Verdunstungsröhrchen in nasse Handtücher ein, um die Verdunstung zu minimieren. Gibt es noch andere Tricks?

Der Trick mit dem Handtuch funktioniert definitiv nicht. Im Gegenteil: Das kann sogar dazu führen, dass die Verdunstung der Flüssigkeit zunimmt. Vor Manipulationen an den Heizkostenverteilern kann ich nur warnen. Die sind verplombt, wer sich daran zu schaffen macht, begeht Betrug.