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Unternehmen - Hamburg:Zahl der Unternehmens- und Privatinsolvenzen stark gesunken

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Hamburg (dpa/lno) - Die Zahl der Unternehmens- und Privatinsolvenzen in Hamburg ist in den ersten neun Monaten des Jahres um 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Zu dieser Entwicklung habe die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie beigetragen, erklärte das Statistikamt Nord am Freitag. Außerdem warteten vermutlich viele zahlungsunfähige Verbraucher eine geplante rechtliche Neuregelung der Privatinsolvenz ab, hieß es. Nach dem neuen Gesetz soll die Frist für eine Restschuldbefreiung von sechs auf drei Jahre verkürzt werden.

Bis Ende September wurden den Angaben zufolge 446 Unternehmensinsolvenzen in Hamburg gemeldet. Das sind 138 Verfahren oder 24 Prozent weniger als in den ersten neun Monaten 2019. Die Zahl der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stieg demnach um 46 Prozent auf 8517 an, während die Summe der voraussichtlichen Forderungen mit knapp 700 Millionen Euro deutlich unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums liege. Das Statistikamt schließt daraus, dass größere Unternehmen mit mehr Mitarbeitern in Zahlungsschwierigkeiten gerieten. Im Durchschnitt beliefen sich die Schulden pro Unternehmen auf 1,6 Millionen Euro.

Die Zahl der beantragten Verbraucherinsolvenzen in den ersten neun Monaten betrug 781, nach 1236 im Vorjahreszeitraum. Das bedeutet einen Rückgang von 37 Prozent. Im August wurden in Hamburg 17 Insolvenzanträge gemeldet, im September nur noch 10. In den gleichen Monaten 2019 waren es 142 beziehungsweise 114 Anträge gewesen.

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