Ölförderung Opec drosselt Förderung - Ölpreis steigt

Die Opec-Staaten wollten ihre Produktion auf 32,5 von bisher 33,24 Millionen Barrel pro Tag senken.

(Foto: dpa)
  • Bei einem informellen Treffen soll das Kartell eine Beschränkung des täglichen Produktionsvolumens auf 32,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) ausgehandelt haben.
  • Es wäre demnach die erste Einigung auf einen solchen Schritt seit acht Jahren und eine Absenkung der Produktion um fast 750 000 Barrel gegenüber dem August.
  • Am Terminmarkt legte der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November um 6,50 Prozent auf 48,96 US-Dollar zu.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) soll sich nach langem Ringen auf eine Obergrenze bei der Ölförderung geeinigt haben. Bei einem informellen Treffen in der algerischen Hauptstadt Algier habe das Kartell eine Beschränkung des täglichen Produktionsvolumens ausgehandelt. So soll die Förderung von bisher 33,24 Millionen Barrel pro Tag auf 32,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) sinken, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Teilnehmer der Gespräche meldete.

Es wäre demnach die erste Einigung auf einen solchen Schritt seit acht Jahren und eine Absenkung der Produktion um fast 750 000 Barrel gegenüber dem August. Die Ölpreise bauten ihre Gewinne daraufhin deutlich aus. Am Terminmarkt legte der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November um 6,50 Prozent auf 48,96 US-Dollar zu. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 6,13 Prozent auf 47,41 Dollar.

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Obwohl die Ölpreise bereits seit Monaten am Boden liegen, konnte sich die Opec - anders als in früheren Zeiten - lange nicht auf eine Verknappung des Rohstoffs einigen. Hintergrund war unter anderem die Strategie, dass neue Konkurrenten - wie die Schiefergas-Industrie in den USA - mit den niedrigen Preisen wieder aus dem Markt gedrängt werden sollten. Die traditionellen Förderländer am Golf setzten auf einen längeren Atem. Doch zuletzt schlug der Ölpreisverfall auch im reichen Saudi-Arabien auf die Wirtschaft durch.

Saudi-Arabien und der Iran ringen um die Vorherrschaft am Golf

Die Regierung in Riad hatte sich bisher zudem gegen Ausnahmen für Iran gesperrt, mit denen das Land sein Ölgeschäft nach Aufhebung von Sanktionen wieder in Gang bringen will. Zuletzt signalisierte Saudi-Arabien, Iran die Produktion "sinnvoller Höchstmengen" zuzugestehen. Saudi-Arabien und Iran ringen als Golf-Regionalmächte auch politisch um die Vorherrschaft.

Offiziell äußerten sich die Opec-Staaten bislang nicht zu der möglichen Einigung. Das Treffen war informell und fand im Rahmen einer Energie-Konferenz in Algier statt. Die nächste reguläre Sitzung der Organisation ist für Ende November geplant, dann sollen die genauen Fördermengen der einzelnen Länder bestimmt werden. Auch Nicht-Opec-Staaten wie Russland sollen dazu aufgefordert werden, ihre Produktion ebenfalls zu drosseln.

Seit Mitte 2014 sind die Ölpreise auf dem Rohstoff-Weltmarkt in einem langjährigen Tief. Zwischenzeitlich erholten sie sich zwar etwas. Insgesamt machten die geringen Notierungen, von denen Verbraucher bei Benzin oder Heizöl profitieren, etlichen Förderländern und Förderunternehmen aber weiter stark zu schaffen. Eine Begrenzung der geförderten Menge soll das Angebot verknappen und die Preise erhöhen. Die Ölförderung der Opec-Länder macht etwa 40 Prozent des weltweiten Angebots an Rohöl aus.

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