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Ökologische Landwirtschaft:Kommen die hohen Preise in den Biomärkten den Bauern zugute?

Die Getreidepreise waren ja auch derart niedrig, dass kein Betrieb mehr davon leben konnte. Damals dachte man, wenn ein Teil der Fläche für die Energieproduktion eingesetzt werden könnte, hätte die Landwirtschaft auch in Bayern wieder eine Chance. Für die Milchviehbetriebe und Getreidebauern ist das nun zum Bumerang geworden.

Biohof

Andreas Hopf verwaltet den Biobetrieb

(Foto: Daniel Hofer)

Nun sagen manche Experten, Bio-Produkte seien eh nicht gesünder und hätten auch für die Natur keinen nennenswerten Vorteile. Brauchen wir Bio überhaupt?

Jede Aussage kann mit einer passenden Statistik untermauert werden. Und so gibt es nun mal genauso Untersuchungen, die zeigen, wie viel mit ökologischer Landwirtschaft erreicht wird. Wir verzichten auf Pflanzenschutzmittel, auf den synthetischen Dünger. Wir bepflanzen Felder nie gleich, sondern haben eine Fruchtfolge. Das macht die Pflanzen widerstandfähiger. Wir leben nicht von der Substanz, sondern versuchen sogar, Humusschichten wieder aufzubauen, die Kohlenstoff binden und damit die CO₂-Bilanz verbessern.

Kommen die hohen Preise in den Bio-Märkten den Bauern zugute oder dem Handel?

Schwer zu sagen. Tendenziell bekommen die Bauern einen etwas höheren Anteil als von den herkömmlichen Supermärkten. Aber es gibt auch im Naturkost-Bereich Firmen, die sehr preisaggressiv arbeiten.

In den Supermärkten sehen die Leute auf den Packungen oft Namen wie Bioland oder Demeter. Die kosten dann noch mehr. Warum?

Das sind Verbände, denen sich Bio-Landwirte anschließen können. Dort gelten strengere Richtlinien als im Standard-Öko-Landbau, etwa, was die Verwendung von Zusatzstoffen angeht. Für die Landwirte kann das bedeuten, dass die Erträge noch geringer ausfallen. Die kompensieren das über höhere Preise.

Es heißt immer, der Geiz der Kunden sei an allem schuld. An der Massentierhaltung, der hemmungslosen Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und den Mühen der Bio-Bauern. Ist das so?

Nein. Die großen Rahmenbedingungen werden von der Politik gemacht. Landwirtschaft ist extrem politisch gesteuert und vorbelastet. Die Verbraucher könnte sicher einen Beitrag leisten, um den Öko-Landbau weiter zu befördern. Aber die Ursache für die ungleichen Verhältnisse liegen in der Politik.

Wenn Sie Landwirtschaftsminister wären - was würden Sie dann ändern?

Ich würde versuchen, die Nebeneffekte, die der konventionelle Anbau mit sich bringt, auf die Preise draufzuschlagen. Wissenschaftler sagen beispielsweise, dass man den Stickstoffdünger besteuern könnte, der eine unglaublich schlechte Energiebilanz hat. Auch das Grundwasser, das verschmutzt wird, ist in dem Preis nicht sichtbar. Die Klimawirkung steckt nicht drin. Die Umweltverschmutzung bei der Produktion von Dünger und Spritzmitteln genauso wenig. Wenn all das in den Preisen berücksichtigt werden würde, müssten die Verbraucher für Bio-Lebensmittel keinen Cent zusätzlich zahlen.

Konventionell zu bio verhält sich also wie Atomenergie zur nachhaltigen Energie?

Genau.

Ansonsten sind Sie zufrieden?

Nicht ganz. Bio bedeutet zwar, dass die Rohstoffe höher bezahlt werden, nicht aber die Arbeit der Landwirte. Wir bräuchten eine Art Fair-Trade-Kampagne für die hiesigen Landwirte. Bislang gibt es das nur für Bauern ärmerer Länder.

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