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Neue Gesetze und Regeln:Standardbriefe kosten künftig 62 Cent

Illustration: Stefan Dimitrov

Haushalt und Verbraucher

Der Preis für Neuvermietungen in bestimmten Gebieten soll 2015 gedeckelt werden: auf höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Davon ausgenommen wären nur Neubauten und die erste Vermietung nach einer umfassenden Modernisierung. Zudem soll die Mietpreisbremse nur in bestimmten Gebieten gelten. Welche das sind, können die Länder für jeweils höchstens fünf Jahre festlegen. Noch aber muss das Gesetz durch Bundestag und Bundesrat. Es soll aber noch im Lauf des Jahres in Kraft treten. Außerdem soll künftig stets derjenige den Makler bezahlen, der ihn beauftragt hat - in den meisten Fällen also der Vermieter.

In der neuen Bleibe könnten dann auch die Nebenkosten geringer ausfallen. Denn zum ersten Mal seit der Einführung 2003 sinkt die EEG-Umlage - wenn auch in der Summe von Umlagen, Steuern und Abgaben um nur 0,15 Cent pro Kilowattstunde. Wegen regionaler Unterschiede bei der Zusammensetzung der Preise schrumpft die Rechnung zudem nicht überall gleichermaßen, mancherorts auch gar nicht. Es gilt also mehr denn je: Wem sein Versorger jetzt keine Preissenkung ankündigt, der sollte über einen Anbieterwechsel nachdenken.

Liegt die neue Wohnung in einer fremden Stadt, kann man sich zudem künftig den Wechsel seines Auto-Kennzeichens sparen. Die Versicherung muss aber trotzdem über den Umzug informiert werden, da die Tarife weiterhin auch vom Wohnort abhängen. Für Verbandskästen gilt ab dem Jahreswechsel zudem die geänderte Norm DIN 13164. Das heißt unter anderem, dass sie zwei Feuchttücher zur Hautreinigung und ein 14-teiliges Pflaster-Set beinhalten müssen. Alte Verbandskästen müssen aber nicht getauscht werden, solange das Ablaufdatum noch nicht überschritten ist. Die gerade vom Kabinett beschlossene Pkw-Maut trifft die Autofahrer noch nicht. Sie soll frühestens 2016 kommen.

Wer Briefe in die alte Heimat schickt, muss sich mit dem Jahreswechsel zudem auf ein neues Porto einstellen: So kostet ein Standard-Brief mit einem Gewicht bis zu 20 Gramm künftig 62 statt 60 Cent. Vielschreiber kommen dagegen günstiger davon: Der sogenannte Kompaktbrief mit bis zu 50 Gramm muss nun nur noch mit 85 statt bisher 90 Cent frankiert werden.

Etwas mehr fürs Geld gibt es bereits seit Mitte Dezember auch bei Lebensmitteln - zumindest was die Infos auf der Verpackung angeht. Hier müssen nun 14 besonders allergene Stoffe in der Zutatenliste hervorgehoben und "gut lesbar" platziert werden. Gleiches gilt für lose Ware, etwa für Brötchen oder Kantinenessen. Dabei reicht es aber, wenn der Verkäufer erst auf Nachfrage informiert. Neu auch: Bei Lebensmittelimitaten müssen die Ersatzstoffe künftig in der Nähe des Produktnamens stehen. Und Energydrinks bekommen neue Warnhinweise.

Das Etikett von verpacktem Schweine-, Geflügel-, Schaf- und Ziegenfleisch muss von April an verraten, in welchem Land das Tier aufgezogen und geschlachtet wurde. Ist das liebe Vieh im gleichen Land geboren, aufgezogen und geschlachtet, reicht "Ursprung: Land". Für Hackfleisch genügt weiter der Hinweis "aufgezogen und geschlachtet in der EU". Davon unberührt bleibt unverpacktes Fleisch. Eine Prise Gewürz reicht zudem, damit Fleisch als "verarbeitet" gilt - und die Pflicht zur Herkunftsbezeichnung entfällt.

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