Gerhard Schröder und der Ölkonzern Nicht ganz sauber

Rosneft-Chef Igor Setschin - ein alter Vertrauter von Wladimir Putin - und Altkanzler Gerhard Schröder.

(Foto: OH, AP; Collage: Christian Tönsmann)

Gerhard Schröder wird wohl diese Woche in den Aufsichtsrat von Rosneft gewählt. Er ist Privatmann, er kann machen, was er will. Aber was will er denn ausgerechnet bei diesem russischen Energiekonzern?

Von Tim Neshitov

Im Frühjahr 1954 - Stalin war seit einem Jahr tot, und Gerhard Schröder, der künftige Bundeskanzler, ging noch auf die Volksschule in Bad Salzuflen - legten in Leningrad 80 Geologiestudenten ihre Abschlussprüfungen ab. Geologie war im Kalten Krieg eine strategische Disziplin: Öl, Gas, Uran, Gold, Eisen, die Sowjetunion und der Westen buddelten um die Wette.

Jahrzehnte später, bereits in Putins Russland, schrieben die Absolventen von 1954 in einem Erinnerungsband: "Das Land brauchte uns, und wir dienten ihm treu ...