Deutsche Bahn:Bahncard aus Plastik vor dem Aus

Deutsche Bahn: Zu viel Plastik: Bald könnten Bahnkunden zumindest eine Karte weniger im Geldbeutel haben.

Zu viel Plastik: Bald könnten Bahnkunden zumindest eine Karte weniger im Geldbeutel haben.

(Foto: Martin Schutt/dpa)

Das Unternehmen will die Vielfahrer-Karten künftig nur noch digital vergeben. Vorgesehen ist die Umstellung für das zweite Halbjahr 2024.

Die Deutsche Bahn will die für Vielfahrer gedachten Bahncards künftig nur noch digital vergeben und auf die Variante aus Plastik verzichten. Zunächst sollen ab dem Fahrplanwechsel an diesem Sonntag keine Probe-Bahncards 25 und 50 aus Kunststoff mehr ausgestellt werden. Die Umstellung der Jahresprodukte sei im zweiten Halbjahr 2024 vorgesehen, die Rückmeldungen der Kundinnen und Kunden sollen für die konkrete Gestaltung des Digitalisierungsprozesses aber berücksichtigt werden, sagte eine DB-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Für die Probe-Bahncards 25 und 50, die jeweils drei Monate gültig sind, ist ab sofort keine Plastikvariante mehr vorgesehen. Die Zielgruppe sei der Erfahrung nach "sehr digital affin", die Laufzeit zudem kurz, bis eine Nachfolgekarte aus Plastik nötig wäre. "Darum haben wir uns entschieden, hier keine analoge Alternative mehr anzubieten", sagte die Sprecherin. Nach DB-Angaben werden pro Jahr 5,1 Millionen BahnCards ausgegeben.

"Eine digitale BahnCard spart eine Menge Plastik", sagte dazu die Marketingvorständin bei DB Fernverkehr, Stefanie Berk. Zudem könne die Karte anders als in physischer Form nicht vergessen werden oder verloren gehen, wenn sie einmal in der Smartphone-App DB Navigator hochgeladen sei. Mit einer BahnCard erhalten die Fahrgäste je nach Option 25 oder 50 Prozent Rabatt beim Ticketkauf, eine BahnCard 100 ermöglicht die freie Fahrt mit sämtlichen Zügen. 60 Prozent der BahnCard-Kundinnen und Kunden nutzen nach DB-Angaben bereits jetzt die digitale Form der Karten in der App DB Navigator.

Zudem gelten seit Sonntag neue Fahrpläne, es sind mehr Züge unterwegs, die Fahrpreise steigen. Vor allem auf den Strecken zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen sowie zwischen Berlin und München ist das Angebot durch zusätzliche Fernzüge größer geworden, wie die Bahn mitteilte. Die störanfällige Zugteilung in Hamm in Nordrhein-Westfalen fällt nur noch halb so oft an wie bisher. Berlin erhält außerdem eine zweite umsteigefreie ICE-Verbindung nach Wien. Gemeinsam mit den Österreichischen Bundesbahnen und weiteren Eisenbahnunternehmen bietet die Bahn darüber hinaus drei Mal pro Woche eine Nachtzugverbindung zwischen Berlin und Brüssel und Paris an. Der erste Nightjet fährt am Montagabend in der Bundeshauptstadt los.

Neue Angebote bringt der Fahrplanwechsel auch zwischen Leipzig, Jena und Nürnberg. Durch das Saaletal werden künftig fünf IC-Verbindungen pro Tag angeboten, hieß es. Bisher gab es jeweils nur eine Fahrt. Magdeburg bekommt erstmals eine Verbindung nach Hamburg sowie mehr Direktverbindungen nach Berlin und Rostock. Mehr Fahrten im Fernverkehr werden möglich, weil die Bahn Schritt für Schritt neue ICE-Züge bekommt. Tickets für Fahrten ab dem 10. Dezember sind bereits seit Oktober erhältlich. Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag gelten allerdings auch höhere Fahrpreise. Die sogenannten Flextickets kosten dann im Schnitt 4,9 Prozent mehr.

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