EU-Handelskommissarin Malmström rechnet mit Vertagung der Autozölle

EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström.

(Foto: AFP)

Die EU-Handelskommissarin glaubt, dass der US-Präsident die Frist verlängern wird. Sollte er das nicht tun, sei die EU jedoch "auf das Schlimmste vorbereitet".

Von Stefan Kornelius und Alexander Mühlauer, Brüssel

Angesichts der Eskalation im Handelsstreit zwischen China und den USA rechnet EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström nicht damit, dass Trump in dieser Woche auch noch Zölle auf Autoimporte aus der EU verhängt. "Die Deadline für die Autozoll-Entscheidung ist der 18. Mai, aber die Frist kann verlängert werden", sagte Malmström der Süddeutschen Zeitung (Montagsausgabe). Und fügte hinzu: "Es gibt Signale, dass sie verlängert werden könnte - wegen der Verhandlungen zwischen den USA und China." Die Amerikaner wollten sich darauf konzentrieren. Der Kommissarin zufolge wäre es "sehr einfach, diese Frist zu verlängern, wenn Trump das will. Er muss nur entscheiden".

Für den Fall von US-Autozöllen sieht Malmström die EU gewappnet: "Wir sind auf das Schlimmste vorbereitet." Die EU-Kommission habe eine fertige Liste mit US-Produkten, gegen die dann Vergeltungszölle verhängt würden. "Es sind ähnliche Produkte wie beim Fall von Boeing und Airbus", sagte Malmström. Ketchup, Koffer und Traktoren zählten dazu. Insgesamt gehe es um ein Handelsvolumen von etwa 20 Milliarden Euro.

Malmström erinnerte im SZ-Interview allerdings an die Abmachung, die US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Juli 2018 in Washington vereinbart hatten. "Solange wir uns in Verhandlungen befinden, werden keine neuen Zölle verhängt. Wir hoffen, der US-Präsident hält sich daran", sagte die Handelskommissarin.

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