Tennis vor den Australian Open Deutsches Fräulein-Wunder sucht das Limit

Angelique Kerber, Julia Görges, Sabine Lisicki, Mona Barthel: Eine Gruppe junger deutscher Tennis-Spielerinnen hat sich in die Weltspitze vorgekämpft. Die Branche träumt bereits von einem neuen Boom und einem Grand-Slam-Sieg. Wem ist das am ehesten zuzutrauen?

Von Thomas Hummel

Magdalena Neuner müssen die deutschen Tennis-Frauen nicht mehr fürchten: Die Biathletin wird ihnen keine Titel mehr streitig machen, nachdem sie zweimal der jeweils besten Tennis-Frau die Kür zur Sportlerin des Jahres vermasselt hat - 2011 Andrea Petkovic und 2012 Angelique Kerber. Nun darf niemand denken, dass im deutschen Tennis nur Platz eins zählt. Die einst so verwöhnte Sportart ist froh, dass sich die Spielerinnen an die zweiten Plätze herangerobbt haben.

Doch diese zweiten Plätze bringen alte Träume zum Vorschein, Träume vom neuen Tennis-Boom und vom Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier. Sie hängen in der Luft wie der Duft eines süßen Parfüms. Barbara Rittner, Chefin des Fed-Cup-Teams, sagt: Ein Grand-Slam-Sieg sei "nicht utopisch oder unrealistisch".

Doch auch Rittner weiß, dass bei den am kommenden Montag beginnenden Australian Open der Rücktritt von Serena Williams dienlicher gewesen wäre als Neuners. Zum Leidwesen der Grand-Slam-Sieg-Träumer deutet darauf indes nichts hin. Die 31 Jahre alte Amerikanerin beendete die Saison 2012 in fulminanter Form und hat 2013 prompt in Brisbane gewonnen. Wer in Melbourne triumphieren will, muss an ihr vorbei. Ob das für eine deutsche Spielerin realistisch ist?