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Supercup: Bayern München gegen Schalke 04:Und nun der Unterhaltungsmodus

Ein Kopfball von Raùl war alles, was die Schalker vor der Pause auf das Tor des Ersatztorhüters Thomas Kraft brachten. Ansonsten bestimmten die Bayern leichtfüßig das Geschehen. Dass aber alleine Bastian Schweinsteigers Schuss nach einem typischen Thomas-Müller-Gegenstoß echte Gefahr fürs Schalkers Tor bedeutete (7.), bemängelte die personifizierte Schaltzentrale im Münchner Mittelfeld hinterher: "Wir haben das Spiel dominiert, aber noch nicht so viele Chancen herausgespielt. Ich denke, da müssen wir uns noch verbessern."

Na, das kann ja was werden, wenn die bayerischen Streber künftig die Erwartungen des Oberlehrers auch noch übertreffen und sich gewissermaßen selbst in die Pflicht nehmen. Van Gaal zeigte sich nämlich "sehr zufrieden mit der ersten Halbzeit", die nicht nur Schweinsteiger sondern auch dem gelangweilten Publikum viel zu wenig Torszenen bereithielt.

Zu wenig Torszenen

Als wollten die Bayern Wiedergutmachung für ihre streberhafte Spielkontrolle betreiben, schalteten sie nach der Pause um in den Unterhaltungsmodus. Miroslav Klose schob den Ball an den Pfosten (52.). Auf der Gegenseite durfte Kraft nach einem Kopfball Raùls ins Eck hechten und fein gegen Edu parieren (52./72.), was wohl Schalkes Torhüter Manuel Neuer zu der Ansicht bewog: "Wir hatten es in der Hand, das Spiel zu entscheiden." Das aber taten die Bayern, und zwar "verdient", wie Magath einräumte. Weil nicht die Münchner WM-Reisenden, sondern vielmehr die Schalker Trainingsweltmeister im Endspurt müde wirkten, kombinierten die Bayern fortan Unterhaltungsmodus mit Strebsamkeit.

Miroslav Klose erwischte nach einen Pass von Danijel Pranjic den Ball vor dem herausstürzenden Manuel Neuer und bediente Thomas Müller: 1:0 (75.). Ivica Olic kämpfte sich gegen Escudero durch und legte Klose aus: 2:0 (81.). Viel mehr als diese beiden Toren sollten den anderen Bundesligisten jedoch Musterschülers Schweinsteigers Worte zu Denken geben: "Wir sind noch nicht bei 100 Prozent."

© sueddeutsche.de/bavo

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