bedeckt München 12°

Sonntagspartien der Bundesliga:Fürther Ärger, Gladbacher Glück

Wie sich ein Heimsieg in der Bundesliga anfühlt, wüssten sie in Fürth wohl nur allzu gerne. An diesem Sonntag war die SpVgg Greuther Fürth tatsächlich nah dran, endlich einmal zu Hause zu gewinnen, die Mannschaft führte gegen Gladbach - doch dann trug sich im Frankenland plötzlich Erstaunliches zu: In einer verrückten Partie schaffte die Borussia bei 79-minütiger Überzahl noch ein 4:2 (1:2) und feierte damit den 600. Bundesligasieg der Vereinsgeschichte. Dass die Gäste überhaupt Punkte aus Fürth mitnahmen, hatten sie einer starken zweiten Halbzeit zu verdanken.

Oscar Wendt (22.) und Martin Stranzl (51.) glichen einen zweimaligen Rückstand aus, ehe Patrick Herrmann zur Führung einköpfte (57.). Bernd Nehrig hatte die Franken per Strafstoß in Front (10.) gebracht, zudem traf Edgar Prib (44.) für die Fürther, die somit weiterhin auf ihren ersten Bundesliga-Heimsieg warten. In der Nachspielzeit traf Thorben Marx vom Elfmeterpunkt zum Endstand (90.+1). "Das war ein wichtiger Auswärtssieg, die Mannschaft hat Moral bewiesen", lobte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl und fand: "Das war der Schritt, den wir gebraucht haben." Fürths Stephan Fürstner haderte dagegen: "Wir haben alles gegeben, aber wieder nichts erreicht. Wir kassieren einfach viel zu schnell die Gegentore."

Das Spiel begann vor 18.000 Zuschauern spektakulär. Die Gastgeber stürmten auf das Tor der Borussen und untermauerten zunächst, warum sie eine der schlechtesten Trefferquoten der Liga haben. So setzte sich der in den vergangenen drei Partien so erfolgreiche Zoltan Stieber (zwei Tore, eine Vorlage) auf dem linken Flügel durch und bediente Edgar Prib. Der 22-Jährige schoss aus kürzester Distanz allerdings über das Tor. Wenig später dribbelte sich Gerald Asamoah in den Strafraum und wurde von Wendt von den Beinen geholt. Schiedsrichter Peter Gagelmann entschied auf Strafstoß und Nehrig verwandelte souverän. Die Ausgangssituation für den ersten Fürther Pflichtspielerfolg gegen Mönchengladbach überhaupt blieb aber nur wenige Minuten gut. Klein brachte den alleine auf Keeper Max Grün zustürmenden Patrick Herrmann zu Fall.

Gagelmann entschied auf Notbremse und stellte Klein vom Platz (12.). Den anschließend von Juan Arango getretenen Freistoß wehrte Grün mit einer starken Parade ab. Die Reaktion von Trainer Mike Büskens auf die Rote Karte blieb nicht lange aus. Er wechselte Innenverteidiger Lasse Sobiech für Stieber ein. Doch die Franken erholten sich nur schwer von dem Schock. Mönchengladbach wurde jetzt immer stärker und kam vor allem dank des stark aufspielenden Herrmann zum Ausgleich. Der 21-Jährige setzte sich auf der rechten Seite durch und flankte präzise auf Wendt, der seinen Fehler wiedergutmachen konnte und unbedrängt einköpfte (22.).

Das Team von Trainer Lucien Favre dominierte jetzt die Partie und kam über die Flügel immer wieder zu gefährlichen Vorstößen. Das Tor fiel jedoch auf der Gegenseite. Asamoah spielte sich erneut auf der rechten Seite frei und flankte zu Prib, der den Ball kurz abtropfen ließ und dann trocken ins lange Eck schoss (44.). Nach der Pause schlug die Borussia schnell zurück. Mike Hanke leitete einen Eckball per Kopf weiter und Martin Stranzl traf aus kurzer Distanz zum erneuten Ausgleich (51.). Nur sechs Minuten danach folgte der nächste Schock für Fürth.

Herrmann brachte die Borussen nach Flanke von Lukas Rup per Kopfball erstmals in Front. Die "Kleeblätter" versuchten zwar mit gelegentlichen Kontern noch einmal zurückzukommen, blieben aber meist glücklos. So war Marc-Andre ter Stegen bei der verunglückten Flanke von Stephan Fürstner zur Stelle (62.) und rettete den Sieg. In der ersten Minute der Nachspielzeit sah Milorad Pekovic aufgrund eines Handspiels im Strafraum die Gelb-Rote Karte. Thorben Marx verwandelte zum 4:2.

© SZ.de/dpa/sid/jbe
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema