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Sonntagspartien der Bundesliga:Stuttgart zerbröselt, Gladbach wundert sich

Haufenweise Elfmeter, viele Tore und kuriose Spielverläufe: Der VfB Stuttgart zerfällt beim 2:4 gegen Hannover nach 2:0-Führung in seine Einzelteile und verliert eine der irrsten Partien dieser Saison auf groteske Weise. Ähnlich ereignisreich verläuft das Spiel zwischen Greuther Fürth und Mönchengladbach, das die Borussia spät für sich entscheidet.

VfB Stuttgart v Hannover 96 - Bundesliga

Heiligs Blechle: Wie der VfB dieses Spiel noch verlieren konnte, fragt sich wohl auch Stuttgarts Zdravko Kuzmanovic. 

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Wie es dazu kommen konnte, wusste am Ende keiner mehr so richtig. Stuttgart und Hannover lieferten sich an diesem 11. Spieltag der Bundesliga eine Begegnung, die mit dem Begriff "irre" noch unzureichend beschrieben ist. Vielmehr müsste man wohl sagen, dass die Schwaben beim Stand von 2:0 wie aus dem Nichts in ihre Einzelteile zerfielen - als der Schiedsrichter zum letzten Mal pfiff, lautete das Resultat zur Überraschung aller Anwesenden 2:4 und Hannover konnte einen kaum mehr für möglich gehaltenen Sieg feiern.

Nach einer denkwürdigen Aufholjagd mit vier Toren innerhalb von 17 Minuten stürzten die Niedersachsen die verdutzten Gastgeber in tiefe Depression, denn dieses Spiel war eigentlich gar nicht mehr zu verlieren. Die lange Zeit schwachen Hannoveraner drehten einen 0:2-Halbzeitrückstand durch Treffer von Artur Sobiech (57.), Jan Schlaudraff (65./Handelfmeter) sowie einen Doppelpack von Mohammed Abdellaoue (68., 73./Foulelfmeter) und feierten mit dem 4:2 (0:2) ihren ersten Auswärtssieg beim VfB seit fünf Jahren. Zuvor hatten der seit Wochen stark aufspielende Nationalspieler Christian Gentner (21.) und VfB-Toptorjäger Vedad Ibisevic (36.) für Stuttgart getroffen - für den Bosnier war es das achte Tor in den letzten zehn Pflichtspielen.

Dennoch kassierte der VfB erstmals seit dem 1. Mai 1999 (2:3 in Wolfsburg) nach einer 2:0-Führung noch eine Niederlage. Durch den zweiten Auswärtssieg der Saison kletterte Hannover drei Tage nach dem vorzeitigen Einzug in die Zwischenrunde der Europa League in der Liga mit nun 17 Punkten auf Rang sechs und hielt Stuttgart (13) auf Distanz. Für die Schwaben, die unter der Woche 2:0 beim FC Kopenhagen gewonnen hatten, war es der erste Rückschlag nach zuvor sieben Pflichtspielen ohne Niederlage.

"Wir haben nicht konsequent auf das dritte Tor gespielt, waren viel zu fahrlässig in unseren Offensivaktionen und haben Hannover damit eingeladen. Das ist so nicht zu erklären", sagte der enttäuschte Gentner. 96-Coach Mirko Slomka war nach seinen geglückten Taktikkniffen in der Pause hochzufrieden. "Nur deswegen konnten wir das Spiel heute umdrehen", sagte der Coach.

Vor 50.600 Zuschauern in Stuttgart hatte der VfB die Partie lange Zeit im Griff. Nach einer weitgehend ereignislosen Anfangsphase kam Stuttgart zu ersten Chancen. Zunächst wehrte Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler einen Distanzschuss von Holzhauser ab. Bei der fälligen Ecke kam Martin Harnik zum Kopfball, wieder aber war Zieler zur Stelle (15.). Kurz darauf ging ein Distanzschuss von Ibisevic aus zentraler Position 18 Meter vor dem Tor auf das Tornetz (19.). Von Hannover war zunächst nur wenig zu sehen. Die beste Chance im ersten Durchgang vergab Mame Diouf, der einen Rückpass von Holzhauser abfing und frei vor VfB-Keeper Sven Ulreich auftauchte.

Doch Diouf, beim 3:2 gegen Helsingborgs IF noch doppelt erfolgreich, traf nur den rechten Innenpfosten, von wo der Ball seitlich aus dem Tor sprang (27.). Auch in der zweiten Halbzeit war Stuttgart zunächst überlegen. Als Ulreich eine Hereingabe von Lars Stindl nicht festhalten konnte, schob aber Sobiech den Abpraller zum 1:2 ins Tor. Dann drehten die Gäste richtig auf. Nach Handspiel von Serdar Tasci verwandelte Schlaudraff sicher zum 2:2. Abdellaoue brachte 96 nach einem unabsichtlichen Querpass von Diouf mit 3:2 in Führung. Nach Foulspiel von Arthur Boka an Lars Stindl traf erneut Abdellaoue vom Elfmeterpunkt zum 4:2. Für ähnlich viel Aufsehen wie die Mannschaft sorgten bei den Niedersachsen die Irritationen um die Vertragsverlängerung von Slomka.

Die Fußballgötter

Ein Traum von einem Trainer

Im Gegensatz zu Manager Jörg Schmadtke rechnet der Coach offenbar nicht mit einer schnellen Verlängerung seines im Juni 2013 auslaufenden Vertrags. "Es liegt momentan kein unterschriftsreifes Angebot von Hannover 96 vor. Ich glaube auch nicht, dass es so schnell geht", sagte Slomka dem TV-Sender Sky. Während der 45-Jährige, der immer mal wieder als Nachfolger von Jupp Heynckes beim Rekordmeister Bayern München ins Gespräch gebracht wird, weiter sagte, dass kein Angebot vorliege, das "beide Seiten befriedigt", betonte Schmadtke hingegen, dass man bei den Verhandlungen "relativ weit" sei. Bei solchen Nebenschauplätzen dürfte es umso mehr überraschen, dass 96 an diesem verwirrenden Abend doch noch als Sieger vom Platz ging.

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