NBA in der Coronakrise:Der Freizeitpark bietet in der Tat einige Vorteile

Der Vollständigkeit halber, denn es hängt ja alles mit allem zusammen: Die NBA wird in den USA von TNT (gehört dem Telekomkonzern AT&T) und den Disney-Sendern ESPN und ABC übertragen, die Finalserie läuft exklusiv auf ABC.

Der Freizeitpark Walt Disney World, der zur Heimstatt der NBA-Spiele werden soll, bietet in der Tat einige Vorteile, die andere Kandidaten wie Houston, Las Vegas oder, nach einer abseitigen Idee vor ein paar Wochen, ein Kreuzfahrtschiff, nicht haben. Der Bundesstaat Florida geht recht locker mit der Coronavirus-Pandemie um, Gouverneur Ron DeSantis sagte kürzlich: "Alle Profiteams sind herzlich willkommen, in Florida zu trainieren oder Spiele auszutragen." Das war eine deutliche Botschaft an seinen kalifornischen Kollegen Gavin Newsom, der Sportveranstaltungen auf absehbare Zeit ausgeschlossen hatte.

Der Freizeitpark befindet sich auf einem Privatgelände, das Disney gehört, es gibt Hotels und Restaurants, Verantwortliche und Spieler wären also in ihrer eigenen Kleinstadt isoliert. Es wäre sogar möglich, zumindest soll Silver das bei der Videokonferenz mit den Eigentümern gesagt haben, die Spieler nicht in einer so genannten "Medical Bubble", einer medizinischen Blase, einzusperren, sondern ihnen regelmäßig zu erlauben, zum Beispiel ihre Familien zu treffen oder mitzubringen und danach getestet zu werden. Es muss nicht erwähnt werden, dass auch Walt Disney World, wo am Mittwoch einige Restaurants und Shops wieder geöffnet wurden, von der Präsenz von 30 NBA-Mannschaften profitieren würde - wenn sonst schon kaum etwas los sein dürfte in den kommenden Monaten.

Eine endgültige Entscheidung darüber, ob und wann es weitergeht, soll laut Informationen aus dem Umfeld der NBA in den kommenden drei Wochen fallen. Nur so viel: Die Baseballliga MLB will ihre Saison am Independence Day beginnen. An jenem 4. Juli feiern die Amerikaner nicht nur ihre Unabhängigkeit, sondern frönen auch dem Patriotismus: Ein Datum mit mehr Symbolkraft kann es kaum geben. Übertragen würden diese Baseball-Partien von den Nicht-Disney-Sendern FoxSports und TBS. Vielleicht läuft aber auch die NBA auf den Disney-Sendern aus dem Disney-Freizeitpark. Es ist in den USA derzeit unfassbar wichtig, und der Präsident lebt das jeden Tag vor, der Erste zu sein. Um jeden Preis.

© SZ vom 23.05.2020/jki
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