Klopp-Abschied beim BVB:Fragezeichen über den Köpfen

Nun muss es ein neuer Trainer besser machen. Vieles deutet auf Thomas Tuchel hin, weil er viele von Klopps Tugenden mitbringt und damit für einen halbwegs geordneten Übergang sorgen könnte. Charisma, Talent für Auftritte, auch das Emotionale bis zur Schmerzgrenze hat er im Repertoire. Doch egal, wer kommt: Er hat eine schöne Aufgabe vor sich. Er wird eine sehr talentierte Mannschaft vorfinden, die ein ordentliches Mist-Jahr hinter sich hat und deshalb offen sein muss für Neues. Geld hat die Borussia auch (noch) genug, um zudem neues Personal anzuschaffen.

Für den Klub hingegen wird es schwierig, sich von der Überfigur Klopp zu lösen. An den Gesichtern von Watzke und Zorc las man ab, wie schwierig. Sie wirkten alleingelassen von ihrem Anführer. Als stünden Fragezeichen über ihren Köpfen, wie das hier bloß weitergehen soll ohne ihren großen Klopp. "Du hast diesem Klub, aber auch mir persönlich viel Energie und Optimismus mitgegeben", sagte Zorc auf der Pressekonferenz, woraufhin dieser antwortete: "Das war aber auch notwendig."

Bei der geballten Dankbarkeit, die ihm entgegenschlägt, war es ein fast genialer Schachzug, noch einen Wunsch, einen Traum zu offenbaren: noch einmal "aus gutem Grund" mit dem Lastwagen um den Borsigplatz fahren. Nach dem Gewinn des DFB-Pokals. Wenn die Mannschaft so reagiert wie die Klubangestellten, darf sich der FC Bayern im Halbfinale zumindest auf einen Kampf bis zum Letzten einstellen. Alle für Klopp.

Während der sich erträumt, mit dunkler Sonnenbrille mitten in Dortmund als scheidender Messias zu gehen, muss sich der BVB die Frage stellen, wer künftig Energie und Optimismus in den Verein hineinträgt.

© SZ.de/ska/jobr
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB