Island bei der Fußball-EM:"Wir haben einen Matchplan"

"Alles kann passieren in einer K.-o.-Phase eines Turniers, wir können jeden schlagen", sagte Hallgrímsson, "aber wir sind realistisch. Wir wissen: Wir können auch verlieren." Er legt erkennbar Wert auf eine psychologische Begleitung des Projekts, darauf, die Spieler optimal auszubalancieren zwischen Konzentration, Begeisterung und Entspannung. Und er schuf schnell neue Anreize.

Er sagte: "Wenn man das Beste im Leben erreichen will, muss man bereit sein, wenn sich die Chance dazu bietet. Das waren die Jungs. Jetzt bietet sich vielleicht die Chance auf etwas noch Größeres." Er hoffe, die Spieler könnten sich weiter steigern. "Womöglich war das jetzt unser bestes Spiel bisher. Hoffentlich kommt unser bestes Spiel aber erst noch", sagte Hallgrímsson.

5000 Fans sprangen im Stadion in die Luft

Es wirkt beinahe, als seien sie Isländer von ihren Erfolgen noch nicht einmal wirklich überrascht. Selbst die beiden Torjubel nach den Treffern von Sigurðsson (6.) und Kolbeinn Sigþórsson (18.) fielen geradezu abgeklärt aus. Und das, obwohl England durch Wayne Rooneys Foulelfmeter in Führung gegangen war (4.). "Wir haben einen Matchplan, und wir glauben daran", sagte Hallgrímsson. Glaube versetzt in ihrem Fall offenbar Vulkane.

Erst als es wirklich vollbracht war, wurde ausgiebig gefeiert. Vor allem direkt nach dem Schlusspfiff mit den rund 5000 Fans im Stadion, die zusammen mit den Spielern so laut jubelten und ausgelassen durch die Gegend sprangen, dass daheim auf Island vermutlich die Seismografen vibrierten. Wenn es so war, hat es vermutlich niemand gemerkt, denn die Menschen in der Hauptstadt Reykjavík und anderswo in der Heimat waren ebenfalls mit Feiern beschäftigt.

Er hoffe, sagte Hallgrímsson noch, dass den isländischen Fans für das Spiel im Stade de France am Sonntag mehr Tickets zur Verfügung gestellt werden. Schließlich steht ja mal wieder das nächste, größte Spiel in der Geschichte Islands an. Und ganz offenbar ist die Mannschaft fest entschlossen, ihre wundersame Turnierreise auch danach fortzusetzen.

© SZ.de/fued
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