Halbfinale im DFB-Pokal:Bayern spielt dominanter

Dann fing Benatia ein Zuspiel von Kagawa ab, er spielte einen weiten Ball auf Lewandowski, der ehemalige Dortmunder Stürmer rannte auf das Tor zu, lupfte den Ball an den Pfosten, den Abpraller schob er cool über die Linie. Weil BVB-Innenverteidiger Sokratis hibbelig in die Höhe hüpfte.

Nach der Führung wurde das Spiel des FC Bayern dominanter. Drei Minuten nach der Pause passte Weiser zu Müller, Langerak parierte. Wenig später rannte Lewandowski alleine auf das Tor zu, er schoss - an die Latte (55.); einen zweiten Versuch von Müller wehrte Marcel Schmelzer im Strafraum ungestraft mit der Hand ab. Zwei Minuten später scheiterte Thiago mit einem Drehschuss. Das zweite Tor des FC Bayern schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Und Dortmund? Hatte schließlich doch noch die erste echte Torchance der Partie. Nach einem Fehlpass von Alonso stand Reus frei im Strafraum, sein Schuss wurde abgefälscht, Eckball (52.). Bis der Ball erstmals aufs Tor kam, dauerte es weitere 20 Minuten. Dann fing FCB-Torwart Manuel Neuer lässig einen Kopfball von Aubameyang. Und auf einmal legte auch Dortmund seine Unscheinbarkeit ab.

Jakub Blaszczykowski spielte eines der wenigen hohen Dortmunder Zuspiele zum Mann auf den eingewechselten Henrikh Mkhitaryan. Nach dessen flacher Flanke schoss Aubameyang aus spitzem Winkel aufs Tor, Neuer konnte den Ball erst hinter der Torlinie abwehren, der Ausgleich (75.).

Dortmund drückte nun, die Gäste spielten nun endlich tatsächlich ein bisschen, als ob sie auf Krawall gebürstet seien. Schneller, direkter, präziser führten sie ihre Angriffe aus. Nach einem Distanzschuss von Mkhitaryan wehrte Neuer noch mit Glück zur Ecke ab (80.), zwei Minuten später reagierte der Torwart gedankenschnell gegen Marco Reus und lenkte einen platzierten Schuss noch um den Pfosten. Es war die letzte nennenswerte Gelegenheit der regulären Spielzeit - die für den FC Bayern einen bitteren Beigeschmack hatte: Arjen Robben musste 16 Minuten nach einer Einwechslung wieder raus, immer wieder hatte er sich an die Wade gefasst (84.), Muskelfaserriss lautete die erste Diagnose, er wird dem FC Bayern wohl im Halbfinale der Champions League fehlen.

In der Verlängerung übernahm der FC Bayern wieder die Kontrolle, doch die Mannschaft wusste mit dem Ballbesitz nur wenig anzufangen. Die beste Chance hatte der eingewechselte Bastian Schweinsteiger, der nach einem Freistoß von Alonso über das Tor köpfte (102.). Dortmund dagegen zog sich immer weiter zurück, vor allem nach der gelb-roten Karten für Kevin Kampl (108.). Der Gastgeber näherte sich so in den Schlussminuten immer mehr dem Tor des Gegners, erneut scheiterte Schweinsteiger ganz frei mit einem Kopfball (115.).

"Wir hätten das Spiel vorher entscheiden müssen", stellte Lahm später fest.

Stattdessen vergrub Guardiola seine Hände in den Hosentaschen. Und Lahm und Alonso rutschten aus.

© SZ vom 29.04.2015/jbe
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