Fußball-WM in Brasilien:Partycrasher Ochoa wurmt den Gastgeber

Brazil v Mexico: Group A - 2014 FIFA World Cup Brazil

Mexikos Torwart Guillermo Ochoa stand den Brasilianern immer wieder im Weg.

(Foto: Getty Images)

Dieses Mal kann auch der Schiedsrichter nicht helfen: Brasilien verzweifelt im zweiten Gruppenspiel am mexikanischen Torwart. Am Ende haben die Gastgeber sogar noch Glück, dass es beim torlosen Unentschieden bleibt.

Am Ende hallten Pfiffe durch das Estádio Castelão von Fortaleza: Die brasilianischen Fans waren enttäuscht vom 0:0 ihrer Mannschaft gegen Mexiko im zweiten Vorrundenspiel. Mit einem Sieg hätte die Seleção die Achtelfinalteilnahme ja bereits sicher gehabt und ihren Landsleuten einen weiteren Grund zum Feiern gegeben. Nun muss sie das nachholen im letzten Spiel gegen Kamerun.

Die Mexikaner scheinen sich zu Angstgegnern für Brasiliens Fußballer zu entwickeln - in den vergangenen 15 Jahren haben sie von den nun 16 Vergleichen bloß vier gewonnen.

Bis auf eine Ausnahme waren beide Mannschaften mit der selben Elf in die Partie gegangen wie bei ihrem jeweils ersten WM-Auftritt. Die Ausnahme war Brasiliens Offensivkraft Hulk, der sich im Training am Oberschenkel verletzt hatte und nicht mehr rechtzeitig fit geworden war. Für den Mann von Zenit St. Petersburg kam der beim FC Chelsea beschäftigte Ramires. Das bedeutete, dass Bayern Münchens Innenverteidiger Dante erneut nur auf der Bank saß und Luiz Gustavo vom VfL Wolfsburg der einzige Bundesliga-Profi in Brasiliens Startelf war. Er sollte im defensiven Mittelfeld seine Abwehrkollegen absichern.

Die 60 000 Zuschauer im Estádio Castelão hatten wie schon im Eröffnungsspiel in São Paulo die brasilianische Nationalhymne, nun ja, nicht gesungen, sondern geschmettert und gebrüllt, noch lange nachdem die Musik verklungen war. In Fortaleza hatte diese Art des inbrünstigen Nationalismus vor einem Jahr angefangen, beim Confederations Cup, als die Seleção auf dem Weg zum Turniergewinn die Mexikaner ebendort 2:0 besiegte, einer der wenigen Erfolge in jüngerer Zeit.

1,83 Meter plus Fingerspitzen

Auch diesmal wollte sich Brasiliens Auswahl vom Gebrüll der 60 000 zum Sieg treiben lassen, sie begann druckvoll, zwang die Mexikaner in den ersten zwanzig Minuten immer wieder zu Fehlpässen und Ballverlusten, ohne jedoch zu einer Chance zu kommen. Die erste gute Gelegenheit hatten sogar die Mexikaner durch einen Fernschuss von Héctor Herrera, den Júlio César noch über die Latte lenkte (24.). Mexiko probierte es generell, mit Weitschüssen zum Erfolg zu kommen, denn recht nahe ans Tor ließ Brasiliens Defensive um Kapitän Thiago Silva sie nicht herankommen.

Dafür näherten sich die Brasilianer nun häufiger dem von einer Fünfer-Abwehrkette verteidigten Strafraum des Gegners; sie drangen auch mehrmals hinein. Neymar zwang mit einem Kopfball aus acht Metern Mexikos eher klein geratenen Torhüter Guillermo Ochoa zu einer Glanztat: Der musste seine 1,83 Meter schon komplett ausdehnen und dazu Arme und Fingerspitzen strecken, um den Ball noch vor der Linie abzulenken.

Kurz vor der Pause bewahrte Ochoa sein Team ein weiteres Mal vor einem Rückstand, als nach einem Freistoß der Ball zum frei am Fünfmeterraum stehenden Paulinho geprallt war - Ochoa warf sich gerade noch dazwischen.

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