Fußball in den USA:Auch Klinsmann ist betroffen

Lesezeit: 4 min

Das führt natürlich zu Konflikten mit dem Spielplan des Weltverbandes Fifa und dem Kontinentalverband Concacaf - nicht nur im Sommer, sondern zuletzt auch im Herbst. Da wurde die Ausscheidungsrunde mal eben für zwei Wochen unterbrochen, weil die amerikanischen Nationalelf zwei WM-Qualifikationsspiele austragen musste. Freundlicherweise hat US-Bundestrainer Jürgen Klinsmann im November dann bei den Testpielen gegen Schottland und Österreich darauf verzichtet, Akteure zu nominieren, die noch in den Playoffs vertreten waren.

Diese Playoffs werden am Samstag nach 39 Tagen beendet sein, im Finale spielen die Vereine aus Kansas City und Salt Lake City gegeneinander. Beide haben sich sportlich qualifiziert, die Liga vermarktet das Endspiel als "Hassduell". Die Klubs können sich nicht besonders gut leiden, es gab in der Vergangenheit immer wieder packende Partien, im Juli gar einige unschöne Szenen. "Zwischen beiden Mannschaften geht es immer hart zur Sache", sagt Kansas Citys Stürmer C.J. Sarong. Sein Trainer Peter Vernes kündigte bereits an, dass es diesmal ähnlich laufen könnte: "Das ist kein Jugendfußball, sondern ein Männersport. Und am Samstag werden da Männer gegen Männer spielen."

Es könnte also ein spannendes und mitreißendes Aufeinandertreffen werden. Das Interesse an diesem Endspiel in den Vereinigten Staaten ist jedoch äußerst überschaubar, die Finalisten kommen nicht aus den Metropolen Los Angeles, New York oder Chicago, sie haben auch keine Fanbasis wie etwa die Seattle Sounders. Es ist ein bisschen wie im deutschen Basketball: Regional ist die Identifikation mit den Vereinen gewaltig, doch die Liga tut sich schwer, sich national zu vermarkten.

Das zeigen auch die Einschaltquoten: Auf dem Sportsender ESPN sehen durchschnittlich 271.000 Menschen pro Partie zu, das ist ein Rückgang um 30 Prozent gegenüber der vergangenen Saison. Schlimmer noch: Es schalten weniger Menschen ein als zu Spielen der Frauen-Basketballliga WNBA. Die MLS muss sich in der kommenden Saison, der 19. ihrer Existenz, verändern, will sie von einem möglichen Zuwachs des Interesses durch die WM in Brasilien profitieren - nicht nur durch Spielerzukäufe wie etwa Miroslav Klose, der mit Los Angeles Galaxy in Verbindung gebracht wird, sondern durch ein Aufräumen des Spielplans.

Das Finale findet nun nämlich gleichzeitig mit einer bedeutenden Partie im College-Football statt, am gleichen Tag werden in der NBA neun und in der NHL gar elf Partien ausgetragen. Das ist nicht gerade förderlich für die Einschaltquoten. Die amerikanische Nationalelf dagegen pausiert. Immerhin.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB