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Fußball im Fernsehen:Für Zuschauer wird der Wettbewerb erhebliche Konsequenzen haben

Als großes Vorbild gilt Großbritannien. Die Premier League hat im vergangenen Jahr einen Rekordabschluss geschafft und nimmt mehr als 2,3 Milliarden Euro ein. Auf der Insel haben sich zwei Anbieter - der Abokanal Sky und der Telefonkonzern BT - gegenseitig hochgeboten.

Davon ist Deutschland zwar weit entfernt, aber es gibt eine ganze Reihe von Interessenten: Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern und dem Bezahlkanal Sky beispielsweise Telekommunikationsfirmen wie Telekom und Vodafone, Kirch-Erbe Dieter Hahn mit Constantin Medien und dem Spartensender Sport 1 oder der US-Investor John Malone (Discovery). Auch der Onlinehändler Amazon, der sein Musik- und Fernsehgeschäft massiv ausbaut, könnte dabei sein. "Unmöglich wäre das nicht", sagte Gründer Jeff Bezos Ende Dezember.

Sportschau steht zur Diskussion

Die Jagd nach dem großen Geld kann für die deutschen Zuschauer erhebliche Konsequenzen haben. Der Spieltag wird zwar nicht weiter aufgesplittet, zusätzliche Spieltermine soll es vereinzelt nur am Sonntagmittag und am Montagabend geben. Im frei empfangbaren Fernsehen steht aber der Klassiker, die ARD-Sportschau, in der jetzigen Form zur Diskussion.

Bundesliga Showdown im Milliardenspiel
Analyse
Fernsehrechte der Bundesliga

Showdown im Milliardenspiel

Die deutschen Fußballklubs streiten, wie die Einnahmen aus den TV-Rechten künftig verteilt werden sollen. Vor allem der FC Bayern drängt - denn er könnte extrem profitieren.   Von Johannes Aumüller

RTL hat Insidern zufolge großes Interesse an der Bundesliga. Der Kölner Privatsender, der zum Bertelsmann-Konzern gehört und dringend auf der Suche nach Quotenhits ist, hat Gefallen am Fußball gefunden. RTL zeigte zuletzt die EM-Qualifikationsspiele der deutschen Mannschaft und verbuchtes enormes Zuschauerinteresse. Bis zu zwölf Millionen schalteten ein, die Marktanteile waren hoch. Fußball wirkte für den etwas angestaubten Privatsender wie Doping. Es wäre das erste Mal seit Langem, dass RTL wieder Bundesliga zeigt. Ob RTL allerdings die ARD überbieten kann und wird, ist offen.

Sky kann kaum riskieren die Rechte zu verlieren

Komplizierter noch ist es bei den Rechten für das Bezahlfernsehen, die deutlich teurer als die Free-TV-Rechte sind. Derzeit zeigt Sky Deutschland alle Spiele, die Zahl der Abonnenten steigt kontinuierlich auf inzwischen etwa 4,3 Millionen. Die gegenseitige Abhängigkeit ist hoch. "Wenn Sky stark ist, ist die Bundesliga stark. Und wenn die Bundesliga stark ist, ist auch Sky stark", sagte zuletzt der neue Sky-Deutschland-Chef Carsten Schmidt.

Einige, etwa Bayern-Boss Rummenigge, kritisierten zuletzt die starke Abhängigkeit von Sky, prangerten ein Monopol an und wollten mehr Wettbewerb, damit die Einnahmen steigen. Sky jedoch ist sehr vom Fußball abhängig. Jeremy Darroch, der Chef der gesamten Sky-Gruppe in London, sagte im vergangenen Jahr der SZ: "Wir werden unser Bestes geben und hoffentlich wieder zum Zuge kommen."