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Platini und die Uefa:Appell ans Fifa-Ethikkomitee

Weiter appellieren die Verbände "aufs Stärkste an alle am laufenden Verfahren beteiligte Instanzen: das Fifa-Ethikkomitee, die Berufungskammer und letztlich den obersten Sportgerichtshof Cas, damit sie sehr schnell arbeiten, um spätestens bis Mitte November zu einer abschließenden Bewertung des Falles zu gelangen".

Gar nicht erst aufgegriffen wurde die kritische Position des dänischen Uefa-Vorstandes Allan Hansen. Der hatte vor der Sitzung gerügt, dass er keine Belege für Platinis Darstellung der ihn belastenden Vorgänge kenne - er hoffte, in Nyon Aufklärung zu erhalten. Ob die in Platinis Abwesenheit erfolgte, ist offen. Angeblich aber waren dessen Anwälte bei der Sitzung.

Das blutleere Treffen wirft noch andere Fragen auf

Mit ihrer Forderung ziehen die Europäer eine skurrile Zeitlinie: Mitte November wird über die Kandidatenfrage entschieden, zugleich wollen sie nicht am Wahltermin rütteln. Infantino: "Wir sind dagegen, dass der Kongress verschoben wird."

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Demnach blieben Platini nur zehn Tage Zeit, das Mysterium aufzulösen, das ihn und Blatter sogar auf den Radar der Schweizer Bundesanwaltschaft gebracht hat, die gegen Blatter Strafermittlungen führt. Ungeklärt ist eine Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken, die der Uefa-Chef im Februar 2011 von Blatter aus Fifa-Kassen erhalten hatte. Der Geldtransfer erfolgte mitten im damaligen Fifa-Präsidentschaftswahlkampf, in dem Platini kurz nach der Zahlung eine Schlüsselrolle zugunsten Blatters einnahm. Das Duo bezeichnet die Zahlung bisher als verspätete Nachzahlung für Platinis Beraterdienste in der Zeit von 1998 bis 2001.

Das blutleere Uefa-Treffen mit seinen konfusen Beschlüssen wirft indes noch andere Fragen auf. Von der vorher viel diskutierten Idee, den DFB-Chef Wolfgang Niersbach als Anwärter auf eine der freien Spitzenpositionen in Uefa oder Fifa zu empfehlen, war keine Rede mehr; auch Niersbach äußerte sich nicht. Dafür wurde viel über mögliche Fifa-Enthüllungen geraunt, die sich mal wieder auf WM-Vergaben beziehen sollen. Diesmal womöglich auf die WM 2006 in Deutschland.