Bundesliga: Manuel Neuer:Manuel Neuer: Der neue Klaus Fischer

Neuer galt - und gilt - als Identifikationsfigur des Vereins, seinen Abschied interpretieren viele Fans als Zeichen dafür, dass im modernen Fußball Treue und Loyalität nicht mehr viel Wert sind, wenn selbst jemand wie Neuer den Verein wechselt. "Wenn die Millionen winken, werden sie alle schwach", schreibt ein weiblicher Fan. "Da kann einer vorher sagen, was er will."

Man mag vom Internet halten, was man will - manche sehen darin das Land der Elektroquallen und halten nur Dieter Bohlen für eine größere Bedrohung für die Kultur. Doch derlei Anfeindungen gab es schon vor 30 Jahren, als etwa Klaus Fischer verkündete, Schalke 04 im Falle des Abstiegs zu verlassen.

"Diese Reaktionen haben mich tief deprimiert. Ich war damals schon 31 Jahre alt, hatte 182 Tore für Schalke erzielt und habe dem Verein noch eine Million an Ablöse gebracht. Das war einer der bittersten Augenblicke in meiner Karriere", sagte er in einem Interview mit dem Portal Westline.

Beim Spiel gegen Nürnberg musste sich Fischer gar auswechseln lassen: "Die Judas-raus-Rufe werde ich nie vergessen, die haben mir sehr zu schaffen gemacht. Es waren zwar nur 6000 Zuschauer, aber wenn die alle gegen einen Spieler sind. Manager Rudi Assauer hat mir freigestellt, ob ich in der zweiten Halbzeit noch einmal raus wollte, ich habe mich auswechseln lassen."

Fischer würde sich wünschen, dass Neuer ähnliche Situationen erspart bleiben: "Das wäre tragisch, wenn Manuel von den Schalker Fans niedergemacht würde. Denn er hat sich große Verdienste erworben. Ich bin ein absoluter Neuer-Fan. Für mich ist er der beste Torhüter der Welt."

Kurz vor Mitternacht übrigens schrieb Neuer noch einmal auf seine Facebook-Seite: "Ich bin froh, dass dieser Tag vorüber ist. Wer mich kennt, weiß, dass mir das sehr schwer gefallen ist. Dass ich keinen Applaus erwarten durfte, war mir klar. Ich habe auch Verständnis, dass viele von Euch enttäuscht sind. Ich hätte ja nicht anders reagiert."

Bislang haben 5000 Menschen geklickt, dass ihnen das gefällt.

© sueddeustche.de/hum
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB