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Barcelona gegen Real Madrid:Ramos rettet Real den Punkt im Clásico

Im Lichte der Partie, der auch Bundestrainer Joachim Löw beiwohnte, war die Sorge allerdings reichlich unbegründet. Es war sicherlich nicht das beste Spiel Real Madrids. Aber dass Ramos in der ihm eigenen klassischen Manier in letzter Minute für einen Punktgewinn der Madrilenen sorgte, war durchaus verdient. Eine knappe Stunde lang war Real Madrid in einer Facette des Spiels dem Gastgeber Barcelona ebenbürtig - der Kontrolle des Gegners -, und in einer weiteren dem Rivalen sogar überlegen: der Schaffung von Torgelegenheiten. Insbesondere Ronaldo sorgte für Gefahr. In der 37. Minute schloss er einen Konter über die linke Seite mit seinem schwächeren linken Fuß ab; Barcelonas deutscher Torwart Marc-André ter Stegen, der seinen ersten Clásico austragen durfte, wehrte mit der Faust ab. Eine Minute darauf versuchte es Ronaldo mit der Fußspitze, nachdem er Piqué und Mascherano versetzt hatte, doch er bekam keinen Druck auf den Ball.

Vor diesem Hintergrund war es überraschend, dass der FC Barcelona in Führung ging. Der Brasilianer Neymar hatte auf der linken Seite gegen Madrids französischen Innenverteidiger Raphael Varane einen Freistoß herausgeholt - und dann selbst den Freistoß getreten. Aus drei Metern Entfernung traf dann Mittelstürmer Suárez, der sich gegen Varane durchsetzte. Die Dynamik des Spiels aber änderte sich erst, als der sechs Wochen lang verletzte Mittelfeldregisseur Andrés Iniesta eingewechselt wurde. Er kam nach einer Stunde für Ivan Rakitic - und gab dem Spiel einen Sinn.

Nach dem Spiel zeigt sich Ronaldo in der Pose des Denkers

Barcelona kam zu famosen Chancen, namentlich durch Neymar, Iniesta und Lionel Messi. Doch die Gefahr, die Real Madrid verströmte, wollte nicht vergehen. In der 89. Minute hätte Ronaldo fast den Ausgleich erzielt, doch sein Kopfball aus vier Metern landete an den Knöcheln von Jordi Alba, der den Ball zur Ecke lenkte. Danach leistete sich der eingewechselte Arda Turan ein Foul auf der rechten Abwehrseite: Luka Modric trat den Ball in den Strafraum, Sergio Ramos konnte sich unbedrängt hochschrauben, weil sein Bewacher Javier Mascherano ausgerutscht war, und den Ball ins Tor köpfeln. Ter Stegen brachte zwar noch die rechte Hand an den Ball, konnte ihn aber nicht mehr abwehren. Er hat nun elf Gegentore in zwölf Ligaspielen hinnehmen müssen.

"Man muss jetzt nicht durchdrehen, denn die Saison ist noch lang", sagte Real Madrids Kapitän Sergio Ramos. "Aber es ist besser, wenn man nur auf sich selbst schauen muss." Dass das Remis beim Erzrivalen mehr als nur einen Punktgewinn darstellte, konnte man auf dem Twitter-Account von Sergio Ramos sehen. Dort postete er ein Jubelfoto aus der Kabine, auf dem natürlich Ronaldo alle Blicke auf sich zog. Denn der Mann, der am Samstag ungewollt auf den Titelseiten wichtiger internationaler Medien gelandet war, warf sich dort halbnackt in die Pose des Denkers. Was auch immer er damit sagen wollte.

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