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Schalke schafft 2:0-Sieg bei Arsenal:Glanzvoll ins Geschichtsbuch gekontert

So was gab es noch nie beim FC Schalke 04: Erstmals in ihrer Klubgeschichte gewinnen die Gelsenkirchener ein Pflichtspiel in England. Nach dem Erfolg im Revierderby schlägt der Bundesligist auch den FC Arsenal mit 2:0. Huntelaar und Afellay krönen eine Klasseleistung der Elf von Huub Stevens mit zwei geschickt herausgespielten Treffern.

Huub Stevens hat Verstecken gespielt am Tag, bevor es los ging im Stadion des FC Arsenal. Er wüsste noch nicht, welchen seiner drei Torhüter er aufstellen werde, hat er behauptet, "die Spieler machen es mir unheimlich schwierig", argumentierte er und erwiderte Fragen nach einer möglichen Torhüterrotation mit einem listigen "warum nicht?"

Im Tor stand dann aber, wie bereits beim Derby am Samstag in Dortmund (2:1), Lars Unnerstall, während Timo Hildebrand immerhin auf der Bank saß, wo ihm unter anderen Jermaine Jones Gesellschaft leistete. Stevens verzichtete auf den Faktor Routine und besetzte das defensive Mittelfeld mit Roman Neustädter, 24, und Marco Höger, 23.

Aus Spielen wie diesen sollen die jungen Spieler lernen, pflegt der Trainer zu dozieren, aber wenn es nach England ging, dann hatte bis zum Mittwochabend ganz Schalke Nachholbedarf: der jüngste und einzige Punktgewinn auf der Insel gelang, nachdem Schalke der letzte Meistertitel glückte, das ist bekanntlich schon etwas her - 1958, zur besagten Zeit, gab es ein 2:2 gegen Wolverhampton Wanderers.

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"Der deutsche Fluch dauert an"

54 Jahre später machten es die Royal Blues aus Gelsenkirchen noch besser. Mit dem hoch verdienten 2:0-Sieg beim FC Arsenal schrieben sie Geschichte, und sie mussten sich dabei nicht mal überanstrengen, denn sie traten ohne Ehrfurcht an beim prominenten Gegner und waren die weitgehend überlegene, klar bessere Mannschaft.

60.049 Zuschauer gaben dem Spiel Geleit, ob Engländer anwesend waren, blieb zunächst allerdings fraglich, zu hören waren nur die Gäste aus Deutschland, die übrigen Besucher wahrten vornehm die Ruhe wie bei der Tee-Zeremonie um fünf Uhr nachmittags. Zur Erregung gab es aus Sicht der Einheimischen auch wenig Gelegenheit. Arsenal setzte sich verhalten in Bewegung, wenn es ernst wurde für Schalke, dann war meist ein Gastarbeiter aus Köln beteiligt. Lukas Podolski hat sich als Linksaußen in London offenbar gut eingelebt. Allerdings passte er sich nach gutem Beginn dem lauen Spiel seiner Mitspieler an.

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