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Deutsch-spanische Duelle im Europapokal:Als van Bommel die Faust reckte

Die Bayern im Supercup gegen Sevilla - wieder einmal heißt es damit Bundesliga vs. La Liga. Epische Duelle mit spanischen Klubs haben eine lange Tradition. Ein Rückblick.

Jonas Beckenkamp

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Barcelona v Bayern Munich - UEFA Champions League Quarter Final

Quelle: Getty Images

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Konnte das wirklich wahr sein? War das wirklich der echte FC Bayern, der da in Lissabon mit 8:2 (in Worten: Acht zu Zwei!) über den FC Barcelona hinwegfegte? Oder handelte es sich bei diesem Spiel um ein Duell auf der Playstation? Um einen Fabelkick? Nein, in der Tat scheint es Realität gewesen zu sein, was sich da in der vergangenen Champions League im Viertelfinale abspielte. Die Münchner genossen einen nie dagewesenen Rausch, Barça zerbröckelte in all seine Einzelteile.

So eine Schmach hatten die Katalanen überhaupt noch nie erlebt. Und die Bayern, diese gefräßigen Allesvertilger, wüteten einfach weiter bis zum Triple-Sieg. Das 8:2 wird noch lange nachhallen, es gilt schon jetzt als irrstes Europapokalspiel, das es zwischen Deutschen und Spaniern je gab. Zumindest aus deutscher Sicht. Aus spanischer ist es ein schwarzer Fleck, der für immer bleibt.

Real Madrid - Bayern München

Quelle: Carlos Lopez Alvarez/dpa

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Diese Szene war vielleicht der Schlüsselmoment, als die Bayern 2018 im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid scheiterten: das 2:1 im Rückspiel, als Bayern-Torwart Sven Ulreich (am Boden) der Ball durchrutschte, was Karim Benzema (links daneben) ausnutzte. Der Franzose traf beim 2:2 in Madrid doppelt. Dabei waren die Bayern nah dran gewesen, das 1:2 aus dem Hinspiel noch umzubiegen.

Real Madrid CF v FC Bayern Muenchen - UEFA Champions League Quarter Final: Second Leg

Quelle: Matthias Hangst/Getty

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Ähnlich bitter war das Münchner Aus im Jahr zuvor im Viertelfinale. Im Rückspiel lieferten Philipp Lahm, Kimmich & Co. im Bernabeu eigentlich ein großes Spiel ab, doch nach Verlängerung hieß es 2:4. Ronaldo traf dreimal, die Münchner waren stehend k.o. - das Hinspiel war 1:2 verloren gegangen. Doch das Comeback des Rekordmeisters in Madrid - nach 90 Minuten führte man 2:1 - wurde nicht belohnt.

FC Bayern Muenchen v Club Atletico de Madrid - UEFA Champions League Semi Final: Second Leg

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Mit spanischen Vereinen haben es deutsche Klubs erfahrungsgemäß schwer - der Fußball der Primera División ist seit Jahren DER Gradmeser neben dem auf der Insel. Besonders für die Bayern lief es zuletzt nicht gut gegen Vereine aus dem Süden. Einer der schmerzlichsten Abende der jüngeren Geschichte ereignete sich im Halbfinale der Champions League 2016.

Erst dribbelte ein junger Mann namens Saúl Ñíguez im Hinspiel gegen Atlético Madrid die halbe Bayern-Elf aus und dann folgte dieses bittere Rückspiel: Guardiolas Bayern dominierten gegen die Madrilenen, sie kamen zu einer Vielzahl an Chancen, doch am Ende waren die Gäste weiter. Thomas Müller hatte einen Elfer vergeben, die Abwehr ließ einmal Antoine Griezmann davonsausen (im Bild) und vorne gelangen "nur" zwei Treffer. 2:1. Das reichte nicht. Und Guardiolas Werk war ordentlich beschädigt.

FC Barcelona v Bayern Munich - UEFA Champions League Semi Final First Leg

Quelle: REUTERS

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Ein Jahr zuvor, wieder Halbfinale, wieder Spanien - diesmal ärgerten sich die Bayern in Barcelona. Gegen Guardiolas alten Verein gab es im Halbfinal-Hinspiel ein fürchterliches 0:3. Die Münchner hatten es wegen ihres großen Verletzungspechs offensiv versucht - und das nutzten die Katalanen. Lionel Messi (im Bild beim Torschuss) spielte alle schwindelig, am Ende plumpste sogar der große Jérôme Boateng auf seinen Hosenboden.

Im Rückspiel traf Medhi Benatia früh zum 1:0, aber die Hoffnung währte nur kurz. Binnen weniger Minuten beendeten zwei Neymar-Treffer jegliches Träumen. Selbst der 3:2-Sieg half dem deutschen Meister am Ende nichts. Guardiola erlebte wie schon im Jahr zuvor eine schwere Pleite gegen seine Landsleute. Diesmal waren einfach zu viele seiner wichtigsten Profis ausgefallen. Ohne Robben, Ribéry und Alaba fehlte schlicht die Wucht.

Real Madrid - FC Bayern München

Quelle: dpa

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Jupp Heynckes hatte 2013 das Triple gewonnen. Als Pep Guardiola in der Saison 2013/2014 den FC Bayern übernahm, glaubte niemand, dass der Klub unter ihm weniger Erfolg haben könnte. Doch dann trafen die Münchner im Halbfinale auf Real. Mit einer 0:1-Niederlage kehrte Guardiola aus Madrid heim. In der Arena in Fröttmaning spielten die Spanier noch cleverer und effektiver. Statt einer Aufholjagd gab es die höchste Heimniederlage für die Münchner in der Champions League. Den Schlusspunkt beim 0:4 setzte Cristiano Ronaldo, der einen Freistoß lässig unter der Bayern-Mauer hindurch verwandelte. "Ich habe mich in der Taktik vertan", gab Guardiola danach zu.

Doch nicht nur die Bayern hatten es zuletzt oft mit Spaniern zu tun, sondern auch der BVB.

Real Madrid - Borussia Dortmund

Quelle: dpa

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Nach vier Duellen in der Spielzeit 2012/2013 trafen Borussia Dortmund und Real Madrid im Viertelfinale 2014 erneut aufeinander - was bei Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke wenig Begeisterung hervorrief: "Wir hätten gerne mal etwas anderes gehabt, aber wir nehmen es, so wie es ist." Das Hinspiel im Bernabéu endete deutlich mit 3:0 für Real Madrid und veranlasste ZDF-Moderator Jochen Breyer zu seiner viel diskutierten Frage an Jürgen Klopp: "Die Sache ist durch, oder?" Tatsächlich war gar nichts durch. Vor eigenem Publikum führte der BVB nach 45 Minuten 2:0. Ein weiteres Tor wollte aber nicht fallen, weshalb sich Real knapp durchsetzte.

Champions League Bayern gegen Barcelona

Quelle: dpa

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7:0 gegen Barcelona! Auf dem Weg zum Triple fegte der FC Bayern im Halbfinale 2013 in zwei Spielen über einen bemitleidenswerten FC Barcelona hinweg. Es waren aufregende Tage für die Bayern: Der umstrittene Wechsel von Mario Götze nach München war durchgesickert und es wurde bekannt, dass gegen Präsident Uli Hoeneß ein Haftbefehl wegen Steuerhinterziehung vorlag. Auf dem Platz jedoch klappte alles. 4:0 stand es am Ende, Lionel Messi schlurfte angeschlagen über den Platz. Im Rückspiel saß der Argentinier gar nur auf der Bank, 3:0 gewannen die Münchner diesmal. Selbst Heynckes, sonst eher ein Vertreter mit besonnenen Worten, geriet ins Schwärmen. "Meine Mannschaft war ungemein konzentriert. Wir haben überragenden Fußball gezeigt."

Borussia Dortmund's Robert Lewandowski controls the ball as Real Madrid's Sergio Ramos falls during their Champions League semi-final second leg soccer match in Madrid

Quelle: REUTERS

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Und noch einmal BVB gegen Real: Im Halbfinale 2013 war es noch der BVB, der sich durchsetzte. Das Hinspiel in Dortmund wurde zur Show des Robert Lewandowski, der alle vier Tore beim 4:1-Erfolg schoss. Trotz der komfortablen Ausgangslage wurde das Rückspiel im Bernabéu-Stadion zu einer Zitterpartie, die mit einer 0:2-Niederlage noch glimpflich ausging. Die Borussia zog ins Finale gegen den FC Bayern ein, verlor allerdings. Schon in der Vorrunde der vergangenen Saison trafen BVB und Real aufeinander. 2:1 hatte Dortmund damals im Hinspiel gewonnen, und hätte Mesut Özil beim Rückspiel in Madrid nicht kurz vor Schluss noch einen Freistoß verwandelt, wäre auch dieses Spiel mit 2:1 zu Gunsten der Schwarz-Gelben ausgegangen. So stand am Ende ein Unentschieden. Die Gruppenphase beendete Dortmund auf Platz eins, Real auf Rang zwei.

Real Madrid - FC Bayern Muenchen

Quelle: dapd

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So jubelt einer, dem es 2012 blendend erging: Bastian Schweinsteiger hatte für die Bayern im Bernabéu von Madrid den entscheidenen Strafstoß im Elfmeterschießen verwandelt - die Münchner erreichten nach einer aufregenden Begegnung das Finale der Champions League. Schweinsteiger war damals angeschlagen, er plagte sich übers Feld und führte eine Mannschaft an, die nach zwei frühen Treffern von Cristiano Ronaldo bereits als geschlagen galt. Ein Elfmeter von Arjen Robben hielt den FC Bayern im Spiel - das die Münchner letztlich verdient gewannen.

Di Stefano

Quelle: imago

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Die lange Rivalität zwischen Klubs aus beiden Ländern begann mit einem irren Spiel vor 128 000 Zuschauern im Glasgower Hampden Park im Mai 1960. Das Finale des Europapokals der Landesmeister spielten in diesem Jahr Real Madrid und Eintracht Frankfurt aus. Es endete mit einem spektakulären 7:3 für die Spanier. Die frühe Frankfurter Führung durch Richard Kreß konterten die "Königlichen" mit einer Tor-Gala, angeführt von ihren Legenden in der Offensive: Alfredo di Stefano (Bild) und Ferenc Puskas trafen drei- bzw. viermal. Erwin Stein verkürzte mit zwei Toren noch für die Hessen, doch an diesem Tag war Real für die Eintracht einfach zu stark.

Bayern Atletico

Quelle: imago

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1974 kam es zwischen dem FC Bayern und Atlético Madrid im Finale des Landesmeister-Cups zu einem zähen Duell: 0:0 stand es nach 90 Minuten, als Luis Aragonés die Spanier in der 114. Minute mit einem Freistoß in Führung schoss. Kurz vor dem Abpfiff riss Bayerns beinharter Abwehrmann Georg "Katsche" Schwarzenbeck die Madrilenen mit einem satten Rechtsschuss (das Bild zeigt einen anderen Schuss von Schwarzenbeck) aus allen Träumen, das Spiel endete 1:1. Gerd Müller sollte später erklären: "Wir haben gedacht, der flankt jetzt den Ball, dabei haut der drauf. Wir wollten schon ihn anscheißen. Dabei ist der Ball im Tor drin." Ein Wiederholungsspiel musste die Entscheidung bringen. Gegen eine ersatzgeschwächte Atlético-Elf setzten sich die Bayern 4:0 durch und gewannen als erstes deutsches Team den Landesmeister-Pokal.

Mönchengladbach Real

Quelle: imago

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Als Gladbachs Frank Mill (Bild) im Achtelfinale des Uefa-Cups 1985 gegen Real Madrid das 1:0 erzielte, ahnte noch niemand, was dieses Aufeinandertreffen für eine unfassbare Wendung nehmen sollte. Die Borussia um Haudegen wie Ewald Lienen, Uli Borowka oder Michael Frontzeck bezwang Reals Überteam mit Jorge Valdano, Michel und Hugo Sanchez im Hinspiel im Düsseldorfer Rheinstadion, am Ende stand es 5:1. Da kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, dachten alle. Im Rückspiel führten die Madrilenen kurz vor Schluss mit 3:0. In der 89. Minute traf Santillana zum 4:0 und bescherte Real genau das Ergebnis, das zum Weiterkommen nötig war. Die Borussia lag am Boden.

Kaiserslautern Barcelona

Quelle: imago

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In der Saison 1991/92 stand der 1. FC Kaiserslautern im Pokal der Landesmeister gegen den FC Barcelona vor einer Sensation. Nachdem Stefan Kuntz & Co. das Zweitrunden-Hinspiel in Spanien nach zwei Treffern von Beguiristain 0:2 verloren hatten, liefen sie auf dem Betzenberg zu großer Form auf. Zweimal köpfte Demir Hotic nach einer Ecke den Ball ins Netz (im Bild das 2:0), eine Viertelstunde vor dem Abpfiff markierte Bjarne Goldbaek das 3:0 - der Betzenberg bebte. Am Ende machten die Katalanen Druck, und tatsächlich köpfelte Jose Maria Bakero einen Freistoß von Ronald Koeman auf krummer Bahn ins lange Eck. Wegen der Auswärtstorregelung schieden die Pfälzer aus. Barcelona gewann später gegen Sampdoria Genua das erste Mal den Europapokal der Landesmeister.

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Quelle: imago sportfotodienst

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Zuvor hatte übrigens Pep Guardiola (hier ein Archivbild von 1992) höchstselbst erfahren müssen, wie es ist, in Rostock zu verlieren. In der ersten Runde derselben Landesmeister-Runde war er im Oktober 1991 mit Barcelona zum FC Hansa gereist. Flutlicht, 8500 Zuschauer im Ostseestadion, hochmotivierte Rostocker - das schmeckte den Katalanen mit all ihren Größen gar nicht. Uwe Spieß traf per Kopfball zum 1:0, Rostock flippte völlig aus. Leider hatte es im Hinspiel im Camp Nou bereits ein 0:3 gegeben, so dass es für Hansa nicht reichte. Aber die Erinnerung an einen der größten Momente des Klubs lebt.

FC Bayern Barcelona

Quelle: imago

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Wieder Barcelona, diesmal aber gegen den FC Bayern: Im Uefa-Cup der Saison 1995/96 trafen die Münchner um Jürgen Klinsmann (Bild) im Halbfinale auf die Katalanen und erreichten im Hinspiel nur ein 2:2. Das Rückspiel im Nou Camp wurde zu einem der besten Bayern-Auftritte der neunziger Jahre. Markus Babbel schockte den FC Barcelona kurz vor der Pause mit dem Treffer zum 1:0. Mehmet Scholl wirbelte die Barça-Defensive derart durcheinander, dass einige Beobachter vom "Spiel seines Lebens" sprachen. In der 84. Minute erhöhte Marcel Witeczek auf 2:0 und sorgte für Geisterstille im Stadion. Barcelonas Iván de la Peña verkürzte zwar noch auf 1:2, doch die Bayern brachten die Partie nach Hause und sollten später auch das Finale gegen Girondins Bordeaux gewinnen.

Helfer richten das Tor auf beim Halbfinale der Championsleague in Madrid, 1998

Quelle: AP

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"Das erste Tor ist gefallen" oder "Noch nie hätte ein Tor dem Spiel so gut getan" - mit Sprüchen wie diesen brachten es die RTL-Kommentatoren Günther Jauch und Marcel Reif 1998 in Madrid zu ewigem TV-Ruhm abseits des Platzes. Champions-League-Halbfinale, Borussia Dortmund ist im Hinspiel bei Real Madrid zu Gast. Kurz vor Anpfiff knickt eines der beiden Gehäuse auf dem Spielfeld zusammen und stellt die spanischen Stadionmitarbeiter vor ein Problem: Im Bernabeu ist zu diesem Zeitpunkt kein Ersatz-Tor vorhanden. Es dauert 76 Minuten, bis von einem benachbarten Platz ein Tor herbeitransportiert wird und die Partie beginnen kann. Real gewinnt 2:0 und erreicht nach einem 0:0 im Rückspiel das Finale. Jauch und Reif erhalten für ihren Live-Auftritt den Bayerischen Fernsehpreis und veröffentlichen den "Torfall von Madrid" als Hörspiel.

BAYERN MUNICH'S KAHN TIP CARBONI'S PENALTY ONTO THE BAR IN MILAN

Quelle: D. Martinez/Reuters

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Die Krönung des Titans: Oliver Kahn wird 2001 der Held von Mailand, hält im Elfmeterschießen dreimal gegen Spieler des FC Valencia. Der FC Bayern gewinnt nach 25 Jahren wieder die Königsklasse des europäischen Fußballs. Zuvor hatte Scholl einen Elfmeter verschossen, Valencia war in Führung gegangen. Doch der Schiedsrichter meint es gut mit den Münchnern - und gibt noch einmal Strafstoß. Stefan Effenberg verwandelt, das Spiel geht in die Verlängerung und schließlich ins Elfmeterschießen. Trainer Ottmar Hitzfeld ist nach Ernst Happel der zweite Trainer, der den Europapokal der Landesmeister bzw. die Champions League mit zwei Vereinen (zuvor mit dem BVB) gewinnt.

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Quelle: AP

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Ein Jahr später schafft es mit Bayer Leverkusen wieder ein deutsches Team ins Finale der Königsklasse. Gegner ist Real Madrid, das damals galaktisch besetzt ist: Figo, Zidane, Roberto Carlos, Casillas, dazu Raúl. Im Tor bei Bayer steht ein gewisser Jörg Butt, der früh das 0:1 durch Reals Kapitän Fernando Hierro (Bild) hinnehmen muss. Als Lucio kurz darauf den Ausgleich für die Werkself schafft, hat Leverkusen den Schwung auf seiner Seite. Doch ein fulminanter Volleyschuss von Zidane kurz vor dem Pausenpfiff zerstört alle Hoffnungen - Real gewinnt 2:1.

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Quelle: AFP

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Bayern gegen Real ist in den Nullerjahren eine Dauer-Angelegenheit. Zwischen 2000 und 2007 treffen beide Teams sechsmal aufeinander, die Bilanz ist in dieser Phase ausgeglichen. Im Jahr 2000 schießen die Münchner die "Königlichen" zunächst in der Zwischenrunde 4:2 und 4:1 ab, ehe die Spanier sich im Halbfinale durchsetzen (2:0 und 1:2). Im darauffolgenden Jahr trifft man sich erneut im Halbfinale, wo sich diesmal die Bayern (1:0, 2:1) durchsetzen. Wieder ein Jahr später, diesmal im Viertelfinale, heißt der Sieger dann Real (1:2, 2:0) - ebenso 2004, als die Bayern nach einem 1:1 und einem 0:1 ausscheiden. Die Revanche folgt 2007: Bayerns "aggressive leader" Mark van Bommel (Bild), als ehemaliger Barça-Akteur ohnehin mit besonderer Beziehung zu Real, hält die Münchner beim 2:3 in Madrid mit einem wichtigen Tor im Turnier und provoziert die Fans im Bernabéu mit einer Geste aus dem "Tut-man-nicht"-Bereich. Die Bayern kommen weiter, weil im Rückspiel Roy Makaay nach zehn Sekunden das 1:0 gelingt und es am Ende 2:1 steht.

Fußball - FC Getafe - FC Bayern München

Quelle: dpa

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2008 treten die Bayern ausnahmsweise nicht in der Champions League an, sondern in dem für sie eigentlich unwürdigen Uefa-Cup. Im Viertelfinale wartet der Madrider Vorstadtklub FC Getafe, der den Münchnern im Hinspiel ein 1:1 abtrotzt. Das Rückspiel wird zur Legende: Die Spanier führen gegen fahrige Bayern bis zur 89. Minute 1:0, ehe Franck Ribéry in letzter Minute die Verlängerung erzwingt. Dort geht die Schläfrigkeit bei Ottmar Hitzfelds Männern weiter - es steht 3:1 für Getafe, nur noch fünf Minuten sind zu spielen. Dann kommt Luca Toni. Der Italiener stochert zunächst einen Ball zum 2:3 ins Tor, um dann mit dem Abpfiff noch den Ausgleich zu erzielen.

FC Barcelona v Bayern Munich - UEFA Champions League

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Bayerns 0:4 in Barcelona im Jahr 2009 geht als legendäre Pleite in die Vereinsgeschichte ein. Was ist passiert? Bei Jürgen Klinsmanns Mannschaft war beinahe die komplette Verteidigung ausgefallen, auf der linken Seite steht Christian Lell einem Dribbelkünstler namens Lionel Messi gegenüber. Der Argentinier spielt den Bayern in der ersten Halbzeit Knoten in die Beine, Barça gerät in einen Rausch, der kurz vor dem Pausenpfiff im 4:0 mündet - auweia. Karl-Heinz Rummenigge wird später erzählen, er habe den früheren Barça- und Bayern-Trainer Udo Lattek auf der Tribüne weinen sehen. Barcelona belässt es beim 4:0, Jürgen Klinsmanns Tage als Coach sind gezählt. Franz Beckenbauer spricht vom "Fürchterlichsten, was ich je vom FC Bayern gesehen habe".

© SZ.de/jbe/hum

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