Le-Corbusier-Häuser in Stuttgart

1927 entstand in Stuttgart eine Mustersiedlung: Wie sollen wir künftig bauen und wohnen - das war die Frage, die 17 Architekten unter der künstlerischen Leitung von Ludwig Mies van der Rohe zu beantworten versuchten. In weniger als einem halben Jahr entstand die Weißenhofsiedlung mit 63 Wohnungen in 21 Gebäuden. Das Konzept: Häuser sollten nicht der Repräsentation dienen, sondern sich nach den Bedürfnissen der Bewohner richten, Luft und Licht bieten. Kein verschnörkelter Jugendstil mehr, stattdessen würfelförmige, schmucklose Gebäude mit großen Fenstern und Dachterrassen. Die Nationalsozialisten diffamierten die Siedlung als "Araberdorf", im Zweiten Weltkrieg wurde ein Teil der Häuser zerstört. Seit 1958 steht die Siedlung unter Denkmalschutz.

Le Corbusier entwarf zwei Häuser für die Mustersiedlung. Sein Konzept war besonders radikal mit verschiebbaren Wänden und Einbauschränken aus Beton. In einem der Häuser ist heute das Weißenhofmuseum untergebracht.

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Bild: Franziska Kraufmann/dpa 11. Juli 2016, 12:192016-07-11 12:19:10 © SZ.de/kaeb