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Reisen in den Süden:Italiens neue Freiheit

Massentourismus in Rom am Trevi-Brunnen

Münze in den Trevi-Brunnen geworfen? Dann sollte es doch eigentlich irgendwann klappen mit der Rückkehr nach Rom.

(Foto: Gregorio Borgia/picture alliance/dpa)

Das Land lockert die Corona-Regeln. Doch für Gäste aus dem Ausland ist die Einreise weiter schwierig.

Von Hans Gasser

Wochenlang durften viele Italiener die eigene Gemeinde nicht verlassen, Restaurants, Skilifte und Hotels waren zu. Doch jetzt wird gelockert. Seit 26. April ist eine neue Verordnung des Ministerpräsidenten gültig, die große Teile Italiens zur gelben Zone erklärt und somit weitreichende Öffnungen möglich macht. Landesweit liegt die Wocheninzidenz derzeit bei etwa 150, aber anders als etwa in Deutschland werden in Italien auch andere Parameter als die bloße Zahl der Neuinfektionen eingerechnet. Deshalb kann man nun von Südtirol bis in die Abruzzen (der Rest Süditaliens und das Aostatal sind noch orange Zone, Sardinien sogar rot) wieder zumindest auf Terrassen in Restaurants essen oder vor der Bar seinen Macchiato trinken. Auch Museen, Gärten, Kinos und Theater sind unter Sicherheitsvorkehrungen und bei maximal halber Besetzung wieder geöffnet. Hotels dürfen Gäste empfangen, Ferienwohnungen dürfen vermietet werden. Ab Mitte Mai werden zudem Freibäder geöffnet. Ab Anfang Juni sollen auch Restaurants im Innenbereich bewirten dürfen.

Was schön für die Italiener ist, ist für deutsche Italien-Sehnsüchtige aber noch schwierig zu erreichen. Bis 30. April verlangt Italien von EU-Bürgern nicht nur einen negativen Corona-Test, sondern auch eine fünftägige Quarantäne. Ob diese Einschränkung ab 1. Mai aufgehoben oder noch einmal verlängert wird, steht derzeit noch nicht fest. Zudem droht bei der Rückkehr in vielen deutschen Bundesländern ebenfalls eine mindestens fünftägige Quarantäne.

In Südtirol, das zu Beginn des Jahres heftig von der Pandemie getroffen wurde, liegt die Wocheninzidenz derzeit bei 115. Es gelten dieselben Regeln wie in den anderen gelben Zonen in Italien, mit einer Ausnahme: Die autonome Landesregierung lässt bereits jetzt das Essen in den Innenräumen von Restaurants zu, allerdings nur mit einem negativen Test oder einem Nachweis einer überstandenen Infektion beziehungsweise einer vollständigen Impfung. 80 Schnelltestzentren gibt es dafür im Land. Die dort erhaltenen QR-Codes werden als sogenannter Corona-Pass auch in Kinos, Theatern und Hotels kontrolliert, ab Sommer soll dies im Rahmen des europäischen Grünen Passes erfolgen. Tests und Nachweise aus anderen europäischen Ländern werden auch akzeptiert. Wer im Hotel übernachten möchte, muss ebenfalls einen solchen Nachweis vorlegen; ein Test, egal ob PCR oder Antigen, darf dabei nicht älter sein als 72 Stunden.

Zwischen den gelben Zonen, die derzeit zusammenhängend vom Brenner bis in die Basilikata reichen, darf man wieder frei reisen, aus orangen und roten allerdings nur mit einem Test ausreisen, einer Impf- oder Genesungsbestätigung. Weiterhin bestehen bleibt in ganz Italien eine Ausgangssperre zwischen 22 Uhr abends und fünf Uhr morgens.

Die Hotels im Land sind derzeit nur zum Teil geöffnet, da erstens Vorsaison ist und zweitens bisher wegen der Quarantäneregeln kaum ausländische Touristen ins Land kommen. So sind in Südtirol aktuell nur 40 von 4000 Hotels offen. Das könnte sich aber schnell ändern.

© SZ/mai
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